Stormwatch - Steven Wilson Remix

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Carsten
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Re: Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Carsten » Do Aug 01, 2019 8:35 am

jan.gast hat geschrieben:
Do Aug 01, 2019 7:36 am
Carsten hat geschrieben:
Do Aug 01, 2019 7:25 am
Schick! Die Live CDs mit meinen Fotos verziert. Das gibt ne Rechnung :D !
Ich hatte es so verstanden, dass Du mit den Herausgebern in einem kooperativen Geschäftsverhältnis stehst, da wird man Dich doch, so ist zu hoffen, nicht um die Honorare prellen wollen!
JG
Alles gut und legal. Ich wusste nur noch nicht, was sie benutzen werden.
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Pachinko
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Re: Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Pachinko » Sa Aug 10, 2019 11:36 am

Erste Rezension der unveröffentlichten Stücke:
https://www.progressiveears.org/forum/s ... 11th/page5

Unisono
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Erscheinungstermin 11. Oktober verschoben

Beitrag von Unisono » Mi Aug 28, 2019 8:47 am

Heute hat Amazon mitgeteilt, dass der Erscheinungstermin um eine Woche verschoben wird ... Ob es dabei bleibt?

"Wir bitten um Ihr Verständnis: Leider hat sich das Erscheinungsdatum für den oder die unten aufgeführten Artikel aus Ihrer Bestellung [...] geändert und damit auch das voraussichtliche Lieferdatum:

Jethro Tull 'Stormwatch (40th Anniversary Force 10 Edition)'
Voraussichtliches Lieferdatum: 18. Oktober 2019"

jan.gast
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Re: Erscheinungstermin 11. Oktober verschoben

Beitrag von jan.gast » Mi Aug 28, 2019 1:30 pm

Unisono hat geschrieben:
Mi Aug 28, 2019 8:47 am
Amazon hat geschrieben:Voraussichtliches Lieferdatum: 18. Oktober 2019
In einigen Quellen hieß es ja von Anfang an schon 18.10.
Die offizielle Tull-Site hingegen ist noch nicht aktualisiert worden :wink:

JG

Marengo
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Re: Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Marengo » So Sep 29, 2019 9:07 am

Ich möchte hier einmal die beiden Dark Ages Fassungen (early and final versions) vergleichen im Vorgriff auf die Box, wo die auf der BBC Aufnahme von 1979 gekürzte Fassung vollständig zu hören sein wird (so I'm told). Also, ein ergreifendes Sittengemälde über das Mittelalter mit big jets, flickering TV sets usw :-) Ich hatte das Tape der BBC Sendung schon -in gruseliger Qualität- 1980 kurz nach der Tour und fand die dortige Version immer schon (noch) besser als die LP-Fassung. Hier zun Nachschauen/-hören:

https://www.youtube.com/watch?v=NegXrA7uNa8

Meistens kann ich bei den ganzen Outtakes gut nachvollziehen, warum das eine Stück es auf die LP geschafft hat und das andere nicht. Bei Dark Ages ist das anders. Die early version baut ganz langsam eine Dramaturgie und einen richtigen Spannungsbogen auf, die final version geht gleich auf die Zwölf. Ich finde, dass dieses langsame "Aufschaukeln" perfekt zur Thematik und den lyrics passt. Revolutionäre Umwälzungen passieren nicht einfach, sie entwickeln sich. Diese Entwicklung spiegelt die Musik perfekt wieder. "Darlings are you ready for the long winter's fall?" Allmähliche Einstimmung auf das, was kommen wird. "Is it time for another, cried the drunkard in his sleep?" Zögern, zaudern, schieben, Zeit gewinnen. "What's done the Lord can keep." M.E. nicht unbedingt stringent im Songbook von Karl Schramm übersetzt. Sprachlich gesehen kann man das so machen. Dem Sinn nach imo eher eine Metapher dafür, das Gott schon die alte Ordnung, für die der Pfarrer in der Zeile danach betet, behüten kann. Ganz ähnlich in Urban Apocalypse die Zeilen "Halt the ringing cry of progress, sang the horseman riding by".

Die final version hingegen ist von Anfang an am Limit, die Geschehnisse donnnern mit Beethoven an die Tür der alten Ordnung und treten sie musikalisch sofort ein. Der Text hingegen baut sich auf, wird von Zeile zu Zeile bedrohlicher, a strange sense of foreboding, was die early version musikalisch perfekt widerspiegelt. Ich war auch immer ein großer Fan der weggelassenen Strophe, die (by ear) lautet:

"And the gloom in the valley
grows brighter as the town.
Lands alight most royally
and the house is all burnt down."

Eine Schlüsselstrophe im "Vorspiel" in mehrfacher Hinsicht. Jetzt brennt das Haus, wohingegen zuvor bloß das Fernsehen ausgegangen ist. Eine völlig andere Dimension. Die Umwälzung ist da, der angekündigte Orkan, Force 10. Und dann -für mein Verständnis zentral- das Bild der der menschlichen Ordnung überlegenen Natur. "Lands a-light most royally and the house is all burnt down", das brennende Haus (man-made) taucht das Land in ein majestätisches Licht. Und selbst die Dunkelheit des Tals ist noch heller als die (vom Menschen gemachte) Stadt. Schade, dass dieser ökologische Gedanke -auf Stormwatch ja sehr prominent- gekappt wurde (bis auf die kurze Anspielung mit den "runway miles that scar the patchwork green". Das Back-Cover des Albums läßt irgendwie grüßen.

Ich bin schon sehr gespannt, das fertige Produkt zu hören.

Marengo
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Re: Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Marengo » So Sep 29, 2019 10:01 am

Bekomme gerade diese Korrektur der neuen Strophe durchgefunkt:

And the gloom in the valley
grows brighter as the town
lends her light most loyally
as her houses all burn down

Zeigt, wie schwierig Englisch zu verstehen ist, ändert aber nix an meinem Verständnis der Bedeutung dieser kleinen, aber feinen Strophe. Die Stadt (Mensch) geht unter und verleiht dadurch dem dunklen Tal einen ganz speziellen Glanz.

Marengo
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Re: Review Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Marengo » Sa Okt 05, 2019 4:48 pm

Nachdem ich mein Exemplar leider immer noch nicht in Händen halte, aber den Inhalt zur Verfügung gestellt bekommen habe (a big big thankyou, my dear friend and copper engraver), kann ich einmal eine erste Rezension versuchen. Also:

Achtung Spoiler!!!!

CD 1

Das remixte Album selbst klingt in Stereo (meist) gut und schön aufgeräumt (Orion, Flying Dutchman). Steven Wilson wäre aber nicht Steven Wilson, wenn er nicht ab und an merkwürdige Sachen machen würde (z.B. die völlig verhallten, wie aus einem Hinterzimmer klingenden Beethoven-Akkorde des Klaviers bei Dark Ages etc.). Home klingt teilweise etwas muffig. Sei’s drum, eine Verbesserung höre ich bei den meisten Tracks schon. Allerdings scheint mir das Ganze recht inhomogen zu sein, was entweder am Ausgangsmaterial oder aber am Steven liegen kann. Ich habe den Remix aber noch nicht oft genug über die Anlage gehört, um mich hier festlegen zu können. Eine Enttäuschung ist er auf keinen Fall (eine Offenbarung aber auch nicht wegen des geschilderten etwas inhomogenen Eindrucks). Zum Surround-Sound bitte Laufi:-)

Aber die Erwartungen an die Box waren bzw. sind ja primär wegen der Outtakes so immens hoch. Können sie erfüllt werden?

CD 2

Dark Ages (early version)

Mein ganz klarer Favorit, der alleine den Kaufpreis für die Box wert ist. Es klingt wie ein im Wesentlichen fertiges, schon recht ausgearbeitetes Demo mit teils der härtesten Gitarrenarbeit, die ich von Martin auf Studio-Fassungen kenne, gepaart mit einem Ian Anderson, der wirklich eine Menge, und ich meine eine Menge, Aggressivität in den Gesang legt. Roh, ungeschliffen, auch die Arrangements ohne irgendwelches Gesülze, kurzum gaaaaaaanz toll. Warum ich diese Fassung der Album Version vorziehe, habe ich bereits geschrieben. Daran halte ich fest, jedenfalls bis zur Metallica-Speed-Metal-Stelle. Der Anfang ab „Darlings are you ready…?“ ist wunderbar herausgearbeitet. Egal, welche Version man vorzieht, das ist alles sehr subjektiv, aber in jedem Fall hat die early version eine originäre Existenzberechtigung. Sie ist weit mehr als nur die Blaupause für die Albumfassung. Ich werde mir mal just for fun beide Fassungen zusammenschneiden.
Spannend bleibt, was Ian da in der „neuen“ Strophe wirklich singt. M.E. stimmen die lyrics im Booklet auch nicht zu 100%. Ich lege mich jetzt mal nach x Durchgängen fest:

And the gloom in the valley
grows brighter as the town
lends her light(s) most royally (nicht loyally)
as her houses all burn down.

A Single Man

Kennt Ihr alle, das ist ein Teil des Instrumentals von der MSG DVD aus 1978 nach dem ersten Loco Breath, wo das Video langsam aufhört und „Good Night“ eingeblendet wird. Ich mochte es immer schon sehr, es ist auf etlichen Bootlegs aus dem Herbst 1978 zu hören. Leider ist dieser Single Man nur ein halber Kerl, so dass ich die vollständigere Live-Version vorziehe.

Orion (long version)

Die Überraschung des Sets? Das „centerpiece“ der Box??? Für mich war Orion in seiner Kürze und der Würze der Live-Fassung immer Borderline-Metal, so dass mir schon vorher klar war, dass diese Langfassung völlig anders wirken musste. Wirkt sie denn überhaupt? Hören wir sie uns an. Sie beginnt mit dem genialen Live-Intro, allerdings recht drucklos ohne Gitarre, dafür mit viel (zu viel) Flöte. Wahrscheinlich wurde das Projekt geschmissen, bevor Martins Gitarre eingespielt werden konnte. Na ja, unvollständig eben, aber ich mag die Live-Version sehr gerne, so dass ich damit leben kann. Es folgen die ersten beiden Strophen wie gehabt. Grandios. Was dann kommt, ist einfach –nett ausgedrückt- unpassend. Eine lange proggige Instrumental-Passage, die keinerlei Bezug zur vorangegangenen Musik hat. Musikalisch isoliert klasse, würde ein tolles Instrumental abgeben, vielleicht sogar besser als das unfinished Rock Instrumental auf der Box, aber so sehr ich auch suche, ich finde keinerlei Bezug. Es werden ein zusammenhängender und sehr strukturierter Text und eine ebensolche einfache, aber wirkungsvolle musikalische Struktur zerrissen, so dass man am Ende dieses viel zu langen Instrumentalteils völlig raus ist aus dem Flow. Bei Cross-eyed Mary mit dem kurzen Intermezzo zwischen den Strophen zwei und drei funktioniert das, hier nicht. Ian hat das anno dunnemals messerscharf erkannt und Orion durch gnadenloses Zusammenstreichen geschmackssicher zu dem gemacht, was es ist. Ich sehe diese Langfassung als interessanten Versuch, wie man sich in etwas verrennen und danach dennoch wieder auf den Pfad der Tugend zurückkehren kann. Ist auch völlig legitim, so etwas zu veröffentlichen, damit man als Hörer einmal nachvollziehen kann, wie Ideen entstehen, sich entwickeln, oft in eine falsche Richtung gehen, damit sich dann am Ende des Tages wie von Geisterhand doch noch alles zusammenfügt. Das wird jeder von sich selbst kennen.

Urban Apocalypse

Gaaaaaanz anders als in der Dee-Palmer-Version kommt das Stück frisch, knackig und hart rockend daher mit gerotzten vocals, die eher an die Zeit von Aqualung erinnern als an die späten 1970er. Gepresst bis zum Gehtnichtmehr, crosseyed-maryesque sozusagen. Klasse. Man kann ahnen, das IA von der Folk-Phase der Band etwas die Nase voll hatte. Ich kann mich an ein Interview (Musik Joker) von 1978 erinnern, wo er sagte, dass das nächste Album eine richtige Rock-Scheibe werden würde („Bei Tull jetzt nur noch hart!“). Nun ja, Stormwatch ist teilweise ziemlich hart, aber immer noch sehr folkverbunden. Vor allem die Tour war hart und Urban Apocalypse zeigt eindrucksvoll, was Ian seinerzeit so alles durch den Kopf gegangen sein mag. Wäre –zu Beginn etwas anders arrangiert—wohl auch ein klasse Opener gewesen anno tuck. Ein absolutes Schmankerl…

Man of God

Sehr sehr monoton, aber nicht ohne Charme. Für mich zurzeit ohne Wertung.

Auch die anderen schon bekannten Sachen sind toll gemixt, wobei m.E. die associated recordings insgesamt besser tönen als die Album-Tracks. Ob besser gemixt oder besser aufgenommen, weiß ich nicht. Der Aufnahmeprozess hat sich ja über Ewigkeiten hingezogen.

CDs 3 und 4

M.E. eher enttäuschend. Verwurstet wurden eine Spule (19 cm) meiner Master-Radioaufnahme von 1980 plus ein Cassettenmitschnitt (richtig, Laufi?) des Konzerts. Soundmäßig ist die unvollständige Radioaufnahme besser als der vollständige Mitschnitt. Die Cassetten klingen hier und da verzerrt. Ich vermute, da hat einer auf die Schnelle beim Sender das Master (Tonband) auf ein durchschnittliches Tapedeck kopiert. Ich bin auch mal gespannt, ob und was darüber im Booklet steht. Wie ich bereits an anderer Stelle angedeutet habe, scheint es Zweifel über das Urheberrecht zu geben. Jedenfalls hätte man nach meinem Kenntnisstand besseres Material (gegen Kohle?) bekommen können. Auch aus dem vorhandenen Zeug wurde nicht genug herausgeholt. Orion z.B. scheint insgesamt von der Cassettenaufnahme zu stammen, wohingegen meine Spule (mit voiceover bei Orion, dem ersten Stück der Radiosendung) eindeutig besser klingt. Ich hätte also nach dem Intro völlig unauffällig geschnitten und die Masse des Stückes von der Spule genommen. Wenn ich mal sehr viel Zeit und Lust habe, schreib' ich da mal mehr zu.

Insgesamt zwei sehr gute bis geniale Studio CDs und ein Konzertmitschnitt, den die Welt nicht braucht (da ohnehin bekannt). Marengo meint: 4/5 Kaufen!!!

Beasty
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Re: Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Beasty » So Okt 06, 2019 10:19 am

Faszinierende Schilderungen, vielen Dank. Bitte noch etwas mehr zu "Man of god" und ob die unbekannten Stück orchestriert sind? Danke im Voraus.
He's hundred names of terror, the creature you love the least. Picture his name before you and exorcise the beast.

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Re: Review Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Laufi » Di Okt 08, 2019 1:57 pm

Moin:

mein Exemplar war heute in der Post - es läuft "Warm Sporran" von der dts5.1 Spur. Soweit -wie erwartet- grandios. Aber, ich bin erst seit ner Viertelstunde dran ;-)
Marengo hat geschrieben:
Sa Okt 05, 2019 4:48 pm

CDs 3 und 4
M.E. eher enttäuschend. Verwurstet wurden eine Spule (19 cm) meiner Master-Radioaufnahme von 1980 plus ein Cassettenmitschnitt (richtig, Laufi?) des Konzerts. Soundmäßig ist die unvollständige Radioaufnahme besser als der vollständige Mitschnitt. Die Cassetten klingen hier und da verzerrt. Ich vermute, da hat einer auf die Schnelle beim Sender das Master (Tonband) auf ein durchschnittliches Tapedeck kopiert. Ich bin auch mal gespannt, ob und was darüber im Booklet steht. Wie ich bereits an anderer Stelle angedeutet habe, scheint es Zweifel über das Urheberrecht zu geben. Jedenfalls hätte man nach meinem Kenntnisstand besseres Material (gegen Kohle?) bekommen können. Auch aus dem vorhandenen Zeug wurde nicht genug herausgeholt. Orion z.B. scheint insgesamt von der Cassettenaufnahme zu stammen, wohingegen meine Spule (mit voiceover bei Orion, dem ersten Stück der Radiosendung) eindeutig besser klingt. Ich hätte also nach dem Intro völlig unauffällig geschnitten und die Masse des Stückes von der Spule genommen. Wenn ich mal sehr viel Zeit und Lust habe, schreib' ich da mal mehr zu.
Ich hab noch nicht gehört, was die draus gemacht haben, kann aber ziemlich sagen, woher die Aufnahmen stammen. First Generation Audio Cassette, d.h. eine Generation früher als die bekannten Bootlegs und (von mir) mit ordentlichem Equipment überspielt. Transfertechnisch in jedem Fall das beste, was so ging. Sollte in den Abbey Road Studios gemastert werden, da gehe ich davon aus, daß die wissen, was sie tun. Mir gegenüber hat man klar geäußert, es gebe die Masters nicht mehr - das muss ich also erstmal glauben. Ich weiß andererseits (betreffend einer anderen Aufnahme für ein VÖ, die aus meinem Haus kam), was IA von Urheberrechten hält, insofern würde mich eine andere Version der Geschichte jetzt auch nicht sooo überraschen. Was Du weißt, würde mich also sehr interessieren und wenn es hier noch ein (qualitativ besseres) Master gäbe, wäre das sicher eine (unverzeihliche) vertane Chance! Im Booklet habe ich auf die Schnelle da nichts zu gefunden.

Mehr, wenn ich durch bin und Zeit finde. Freut mich sehr, so viele Fotos unseres Carstens im Booklet zu finden! :-)

cheers,

Laufi

P.S.: "Dun Ringill" in Surround, geil!!
"Du hast wohl nen nassen Helm auf!"

http://www.laufi.de

Marengo
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Re: Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Marengo » Di Okt 08, 2019 3:24 pm

So, ich habe jetzt mal die Disc 1 des Den Haag Konzerts aufmerksam über meine (einigermaßen ordentliche) Anlage gehört. Tja, what shall I say? Die Quellen waren ein Cassettenmitschnitt und mein off-air-Tonbandmaster vom April 1980 (19 cm/sec), aufgenommen mit einem durchschnittlichen Akai-Tonbandgerät (Schüler!).Intro, Dark Ages, Home und Orion kommen von den Cassetten, die Laufi professionell digitalisiert hat. Von daher weiß ich nicht, was da von den Experten bei der Plattenfirma bzw. im Studio dran geschraubt wurde. Jedenfalls sind, falls die Aufnahme OK war, die leisen und leiseren Stellen so aggressiv entrauscht worden, dass man teils heftige Artefakte hört. Zum Teil klingt das, als wenn man eine stark verrauschte Cassette, die ohne Dolby aufgenommen wurde, mit Dolby abspielt. Super störend (wie schon auf den Bootlegs) am Anfang von DA, bei Home und den Strophen von Orion). Teilweise sind alle Sybillanten futsch. Man dürfte dynamische Rauschreduzierung vorgenommen haben, die bei den leisen Passagen zu 100% greift, bei den richtig lauten vermutlich gar nicht oder kaum. Gruseliger Anspieltipp "As the dawn sun breaks over sleepy gardens". Oh my Gosh! Eine gleichmäßig leicht verrauschte Aufnahme ist mir persönlich lieber als so ein "Verschlimmbessern". Laufi, sach' mal was zu der Quali der Cassetten:-) Musste man da so rabiat drangehen?

Dann kommt mein Tonband (klanglich eindeutig besser) ins Spiel, und der Sound bessert sich auch hörbar. Üblicherweise rauscht eine Tonbandaufnahme weniger als eine Cassettenaufnahme (ohne Dolby?), jedenfalls sind die Sybillanten da und es wurde -wenn überhaupt- nur sehr vorsichtig entrauscht. Auch die Gitarre und die Drums klingen sauberer. Mir unverständlich, warum man nicht Orion schon von der Spule genommen hat. In das Intro sabbelt zwar der holländische Radiomoderator rein, aber man hätte ohne Probleme schneiden können, z.B. am Übergang zu dem m.E. vom Band eingespielten Anfang von Orion vor dem Live-Einsatz. Dun Ringill, Elegy, Old Ghosts, Something's on the Move, Aqualung, Peggy's Pub und Jack-in-the-Green klingen für mich gut, schön luftig und transparent ohne hörbare Artefakte. Danach kommen wieder die geschilderten Probleme vom Anfang -abgeschwächt- ins Spiel.

Insgesamt klanglich auf jeden Fall besser als die beiden Bootlegs (Watchers of the Storm war das schlechte und On the Move/Move on das bessere), von daher will ich gar nicht allzu sehr meckern. Dass überhaupt so vorgegangen wurde (es existiert ein Sendemaster mit voiceover sowie Rohmaterial), wirft Fragen auf, z.B. die, warum die Radioübertragung im Booklet überhaupt nicht erwähnt wird (so I'm told). Dort soll lediglich stehen, dass Chris Amson (Tull sound engineer) die Aufnahme in Stereo vom Pult gemacht hat. Tja, aber wozu? Man hat Atmos verwendet und ein vom Live-Mix extrem abweichendes Panning gemacht, also geradezu typisch für Konzertübertragungen. IA/Chrysalis oder wer auch immer hat auch keine Kopie behalten oder bekommen, sonst hätte man nicht bei den Fans schnorren müssen. Vermutlich stellen sich IA und Parlophone auf den Standpunkt, dass die Rechte bei Ian liegen.Die Radioübertragung erfolgte übrigens im Rahmen einer Serie (jeden Mittwoch nach den 22:00 Uhr Nachrichten auf Hilversum III). Der Sender hat teils mit der BBC kooperiert. Ich kann mich noch an Genesis live in Knebworth erinnern. Größtenteils kamen aber Eigenaufnahmen von allen möglichen Bands, die in Holland gerade populär waren, z.B. Dire Straits, Fischer Z etc.. Vieles wurde im Paradiso (gibt's immer noch) in Amsterdam mitgeschnitten. Die Tull-Sendung am 16.04.1980 wurde vorher angesagt, deshalb war ich mit dem Tonband pünktlich am Start. Schade, dass Parlophone das nicht gescheit geklärt und für das Booklet aufgearbeitet hat. Die Informationen hab' ich alle zur Verfügung gestellt. Irgendwie wollte man da aber nicht dran:-)

HansJuergen
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Re: Review Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von HansJuergen » Di Okt 08, 2019 3:45 pm

Laufi hat geschrieben:
Di Okt 08, 2019 1:57 pm
mein Exemplar war heute in der Post -
Wie? Was? Gibts die Box jetzt schon?? Als VÖ-Termin ist weiterhin 18.10. genannt. Oder sind das spezielle Kontakte, welche Dir vorab das Ding zukommen lassen?

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Re: Review Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Marengo » Di Okt 08, 2019 4:11 pm

Laufi hat geschrieben:
Di Okt 08, 2019 1:57 pm
Moin:

Freut mich sehr, so viele Fotos unseres Carstens im Booklet zu finden! :-)

cheers,

Laufi

P.S.: "Dun Ringill" in Surround, geil!!
Unser Hof-Foto-Graf, er lebe hoch! Tolle Foti, und was olle Carsten sonst noch so alles drauf hat! Ich las dies hier in unserem Schwester-Forum (ab page 7 unten):

http://jethrotull.proboards.com/thread/ ... tch?page=7

Erst dachte ich, das sei Schweinskram und es ginge nur wieder um die Frage, wer seine Flöte in welches Loch steckt:-) Nö, es geht um das, was ein Musiker so alles raushören kann aus einer Aufnahme. Hats off, Maestro Carsten, Du bist eine große Bereicherung für jedes Forum, sozusagen eine echte Konifere:-)

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Re: Review Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Carsten » Di Okt 08, 2019 4:25 pm

Laufi hat geschrieben:
Di Okt 08, 2019 1:57 pm

Mehr, wenn ich durch bin und Zeit finde. Freut mich sehr, so viele Fotos unseres Carstens im Booklet zu finden! :-)
Schön, dass Du Dich freust, merci vielmals! Ich mich auch (ich hab das Set schon knapp zwei Wochen). Allerdings wundert mich doch auch mal wieder die Fotoauswahl einerseits meiner Fotos (es gab weitaus bessere als einige der abgedruckten) und anderseits auch der "offiziellen" Promofotos von damals. Ich verstehe nicht, weshalb fast identische Fotos der selben Session zweimal benutzt werden müssen. Ebensowenig wie man als Layouter so blöde sein kann, ein Foto mit dem Gesicht genau in der Mitte auf eine Doppelseite zu packen, so dass man durch den Seitenknick in der Mitte eigentlich gar kein Gesicht sehen kann (Foto von Peggy). Experten allüberall!

Da Marengo ja schon sehr schön über die ersten beiden CDs geschrieben hat, hier noch ein paar kleine ergänzende Randbemerkungen:
Da ich kein Surround hören kann, kann ich nur die Stereomixe beurteilen und diese sind wirklich schön, wenn auch nicht gerade atemberaubend (s. Marengos Artikel). Mal besser, mal schlechter.

Ineressant (wenn auch nicht sensationell) ist aber, dass auf der CD1 (also der Original Album CD) eine etwas längere Version von "Warm Sporran" ist. Nach dem Flötensolo in der Mitte nochmal der erste Zwischenteil wiederholt (mit Akkordeon), was so noch nie zu hören war (live allerdinx auf der aktuellen Tour). Es gibt dazu auch keine Anmerkungen im Booklet.

Apropos Akkordeon: Das hört man zum ersten Mal auch sehr schön auf "Kelpie". Die Mixe auf CD2 sind ohnehin sehr schön. Die tollen Arrangements kommen richtig gut zur Geltung und "Kelpie" klingt das erste Mal richtig gut!. Auf der 20 Years war es ja noch ganz eng 16bittig und auf dem 24bit Remaster von 2004 gab es furchtbare Gleichlaufschwankungen...diese Eierei gerade in den ersten Strophen hat mir immer Übelkeit verursacht.

"A Stitch In Time" zum ersten Mal in der ungekürzten Version auf CD. Auch schön.

"The Lyricon Blues" ist natürlich das bisher "Blues Instrumental" bezeichnete Stück (bisher nur auf der 20 Years).

Und "Man Of God" ist ein über sechs Minuten langer Blues, der zwar nicht zu Begeisterungsstürmen mitreisst, mir aber trotzdem sehr gut gefällt. Auch gerade weil man merkt, dass Anderson damals wirklich einen Ausweg aus der englischen "Wood, Troll, Tweejacket Sackgasse" gesucht hat. Hat er dann ja auch im Sommer 1980 gefunden, quasi mit der Auflösung von Tull. Ich erinnere mich noch, wie er mir nach dem Stormwatch Konzert in Hamburg im März 1980 in einem Restaurant erzählt hat, dass er beim Mittagsschläfchen einen Traum gehabt habe: Er wäre ein Esel gewesen und wäre auf dem Oberdeck eines Londoner Doppeldeckerbusses immer im Kreis gelaufen. Freudianer vor!

Schon interessant, da er doch damals immer betont hat, er wolle keine Blues beeinflusste Musik mehr spielen, sondern nur europäisch/britische. Dann gleich mehrere Blüser aufzunehmen (Lyricon, Man Of God, in geringerem Maße: Crossword, Something's On The Move) ist bemerkenswert. Damals sagte er ja auch in einem Interview nach Heavy Horses würde die nächste LP eher Hard Rock werden.

Auch von einem Solo Album war damals wohl die Rede. Bisher völlig unbekannt die Tatsache, dass laut David Palmer Something's On The Move, Broadford Bazaar, Man Of God, A Stitch In Time (alle im Sep.78 aufgenommen) für ein IA Soloalbum gedacht waren und auch die Tapeboxen von damals so beschriftet waren. Erst später wurde Jethro Tull hinzugefügt. Eigenartig...ich bringe von den vieren nur ein Stück mit einem IA Soloalbum in Verbindung.

Obwohl ich anfangs etwas gemeckert habe: Kaufen, leihen, klauen! Ist ne Spaßschachtel.
Zuletzt geändert von Carsten am Di Okt 08, 2019 4:34 pm, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Review Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Carsten » Di Okt 08, 2019 4:28 pm

Marengo hat geschrieben:
Di Okt 08, 2019 4:11 pm

Unser Hof-Foto-Graf, er lebe hoch! Tolle Foti, und was olle Carsten sonst noch so alles drauf hat! Ich las dies hier in unserem Schwester-Forum (ab page 7 unten):

http://jethrotull.proboards.com/thread/ ... tch?page=7

Erst dachte ich, das sei Schweinskram und es ginge nur wieder um die Frage, wer seine Flöte in welches Loch steckt:-) Nö, es geht um das, was ein Musiker so alles raushören kann aus einer Aufnahme. Hats off, Maestro Carsten, Du bist eine große Bereicherung für jedes Forum, sozusagen eine echte Konifere:-)
Nochmals Merci! Aber um ne Tin Whistle von ner Bambusquerflöte zu unterscheiden, braucht man eigentlich nur selbst fast 50 Jahre Flöte gespielt zu haben und nicht mehr als zwei (wenn auch sechzigjährige) Ohren.
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Re: Stormwatch - Steven Wilson Remix

Beitrag von Laufi » Di Okt 08, 2019 4:36 pm

Moin:
HansJuergen hat geschrieben:
Di Okt 08, 2019 3:45 pm
Wie? Was? Gibts die Box jetzt schon?? Als VÖ-Termin ist weiterhin 18.10. genannt. Oder sind das spezielle Kontakte, welche Dir vorab das Ding zukommen lassen?
Ich habe einen bescheidenen Beitrag geleistet und entsprechend ein Exemplar bekommen (dessen Wert den Wert der getätigten Ausgaben nicht erreicht ;-) ).
Marengo hat geschrieben:
Di Okt 08, 2019 3:24 pm
Jedenfalls sind, falls die Aufnahme OK war, die leisen und leiseren Stellen so aggressiv entrauscht worden, dass man teils heftige Artefakte hört.
Ich bin grad bei "Aqualung" angelangt, kränkel zwar leicht und habe entsprechend was belegte Ohren, aber exakt das denke ich auch! Es handelt sich zwar um "nur" einen Cassetten Mitschnitt, aber -immerhin- sorgsam kopiert (mit nem ordentlich gewarteten Nakamichi Dragon). Ich kann das grad nicht vergleichen (sowohl tapes als die Files, die ich überreicht habe, habe ich natürlich noch), aber selbst mit einem leichten (!) Rauschen habe ich das besser in Erinnerung. Die Plattenfirma hat übrigens zur Sicherheit zwei Versionen bekommen, einmal mit Dolby abgespielt, einmal ohne - wir wren uns nicht sicher. Keine Ahnung, was die genommen haben. Bis auf das erwähnte "live to stereo" steht im Booklet gar nichts, das ist richtig. Übrigens auch nicht, wofür ich (u.a.) Credits bekommen haben. Im Begleitschreiben hofft man immerhin, mir würde gefallen, was sie draus gemacht hätten ;-)

Der Mitschnitt ist auf jeden Fall irgendwie "produziert" worden, denn daß das Publikum mit abgenommen wurde, ist ganz offensichtlich und sowas machst Du in 1980 eher nicht vom FOH.
Marengo hat geschrieben:
Di Okt 08, 2019 3:24 pm
Vermutlich stellen sich IA und Parlophone auf den Standpunkt, dass die Rechte bei Ian liegen.
Da gehe ich fest von aus, zumindest bei IA ist das so (weiß ich von ner anderen VÖ), was anderes scheint er da nicht zu akzeptieren, bzw. auf Teufel komm raus auch nichts zahlen zu wollen (es gibt ja definitiv auch noch andere arg veröffentlichungswürdige Mitschnitten incl. einem Gig von 1970 (Tanglewood) als TV Master UND 16 Spur audio). Deswegen wird auch nichts von der BBC, etc. lizensiert

Was Den Haag angeht, werd eich mir wohl doch noch meine eigene Version basteln. ich habe lieber geringfügiges Rauschen, als diese Artefakte (wobei es zum Ende der ersten CD jetzt geht)

cheers,

Laufi
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