Germany 2007

Hier kommen alle JT Konzertberichte, Stories, etc. rein / JT concert reviews, stories, etc.

Moderator: King Heath

Wotan
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Konzertberichte

Beitrag von Wotan » Sa Jun 23, 2007 11:57 am

Danke für die Konzertberichte. Wirklich Exellent!

Under Wraps hat recht wenn er den Ausdruck "Schweineorgel" gebraucht.
Gerade Thick as a Brick "lebt" überwiegend vom Orgelsound.
Dieser Sound ist mit einer gesampelten "Schweineorgel" einfach nicht erzeugbar. Dass ist das gleiche als wenn irgendeine Wagnerkomposition ohne Bläser auskommen müsste.
Das Captain F. als relativ junger Betrachter das ganze dennoch toll findet, vermag nicht wundern. In Ermangelung gelungener neuerer Werke erscheint das "Alte" , in welcher Form auch immer dargebracht, allemal besser als nix oder so gut wie nix.
Nur die älteren unter uns werden sich nicht mit derartigen Darbietungen zufrieden geben (können /müssen).

schönes Wochenende

Wotan

King Heath
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Beitrag von King Heath » Sa Jun 23, 2007 5:26 pm

under wraps hat geschrieben:Was bilden sich denn diese alten Säcke ein?!? Hat denen niemand erzählt wie alt sie sind!

Die sollten sich mal ein Bspl. an den nicht sechzigern nehmen. PFUI!!!

Ekelhaft diese Rüpel!
Ist das Stottern in ganzen Sätzen?

CaptainFalcon
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Re: Konzertberichte

Beitrag von CaptainFalcon » Sa Jun 23, 2007 6:40 pm

Wotan hat geschrieben:Danke für die Konzertberichte. Wirklich Exellent!

Under Wraps hat recht wenn er den Ausdruck "Schweineorgel" gebraucht.
Gerade Thick as a Brick "lebt" überwiegend vom Orgelsound.
Dieser Sound ist mit einer gesampelten "Schweineorgel" einfach nicht erzeugbar. Dass ist das gleiche als wenn irgendeine Wagnerkomposition ohne Bläser auskommen müsste.
Das Captain F. als relativ junger Betrachter das ganze dennoch toll findet, vermag nicht wundern. In Ermangelung gelungener neuerer Werke erscheint das "Alte" , in welcher Form auch immer dargebracht, allemal besser als nix oder so gut wie nix.
Nur die älteren unter uns werden sich nicht mit derartigen Darbietungen zufrieden geben (können /müssen).

schönes Wochenende

Wotan
Tja, und während ich Spaß habe, steckt ihr den Kopf in den Sand. Übrigens ist das keine Frage des Alters. Meine Eltern und einige ihrer Freunde sind Tull Fans der ersten Stunde und haben sich verdammt unterhalten gefühlt.

Außerdem stimmt es nicht, dass es heute keine jüngere Bands gibt, die ebenso komplexe, mitreißende und progressive Musik machen wie Tull: Schon mal Ayreon, Dream Theater, Porcupine Tree oder Within Temptation gehört? :roll:

King Heath
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Re: Konzertberichte

Beitrag von King Heath » So Jun 24, 2007 1:01 am

CaptainFalcon hat geschrieben: Tja, und während ich Spaß habe, steckt ihr den Kopf in den Sand. Übrigens ist das keine Frage des Alters. Meine Eltern und einige ihrer Freunde sind Tull Fans der ersten Stunde und haben sich verdammt unterhalten gefühlt.

Außerdem stimmt es nicht, dass es heute keine jüngere Bands gibt, die ebenso komplexe, mitreißende und progressive Musik machen wie Tull: Schon mal Ayreon, Dream Theater, Porcupine Tree oder Within Temptation gehört? :roll:
Hätte ich den Kopf in den Sand gesteckt, wäre mir viel Langeweile erspart geblieben.

Grundsätzlich hat diese ganze Diskussion hier erstmal gar nichts mit Alter zu tun. Es sei denn, dass das Alter manche weiser macht. Ich versuche jedes Konzert so zu sehen, als wäre es das erste. Punkt.

Wäre es anders, hätte ich wahrscheinlich nach 5 Minuten das Tool Konzert im letzten Jahr verlassen. Und nun stellt Euch mal vor, Tool würden einen bunten Strauß beliebter Melodien, angeführt vom America Thema aus Bernsteins West Side Story zum Besten geben, gefolgt von ein bisschen Mozart moderiert von Carmen Nebel. Wie sähe die Geschichte, wie sähen die Kommentare auf diesem Board – angenommen es wäre ein Tool Board – dann aus?

Nähern wir uns langsam an?

Kwestion Heath?

Birgit
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Re: Konzertberichte

Beitrag von Birgit » So Jun 24, 2007 10:16 am

King Heath hat geschrieben:Und nun stellt Euch mal vor, Tool würden einen bunten Strauß beliebter Melodien, angeführt vom America Thema aus Bernsteins West Side Story zum Besten geben, gefolgt von ein bisschen Mozart moderiert von Carmen Nebel. Wie sähe die Geschichte, wie sähen die Kommentare auf diesem Board – angenommen es wäre ein Tool Board – dann aus?
Ach, Carmen Nebel moderiert bei der Tour? :twisted:

CaptainFalcon
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Re: Konzertberichte

Beitrag von CaptainFalcon » So Jun 24, 2007 11:27 am

King Heath hat geschrieben:
CaptainFalcon hat geschrieben: Tja, und während ich Spaß habe, steckt ihr den Kopf in den Sand. Übrigens ist das keine Frage des Alters. Meine Eltern und einige ihrer Freunde sind Tull Fans der ersten Stunde und haben sich verdammt unterhalten gefühlt.

Außerdem stimmt es nicht, dass es heute keine jüngere Bands gibt, die ebenso komplexe, mitreißende und progressive Musik machen wie Tull: Schon mal Ayreon, Dream Theater, Porcupine Tree oder Within Temptation gehört? :roll:
Hätte ich den Kopf in den Sand gesteckt, wäre mir viel Langeweile erspart geblieben.

Grundsätzlich hat diese ganze Diskussion hier erstmal gar nichts mit Alter zu tun. Es sei denn, dass das Alter manche weiser macht. Ich versuche jedes Konzert so zu sehen, als wäre es das erste. Punkt.

Wäre es anders, hätte ich wahrscheinlich nach 5 Minuten das Tool Konzert im letzten Jahr verlassen. Und nun stellt Euch mal vor, Tool würden einen bunten Strauß beliebter Melodien, angeführt vom America Thema aus Bernsteins West Side Story zum Besten geben, gefolgt von ein bisschen Mozart moderiert von Carmen Nebel. Wie sähe die Geschichte, wie sähen die Kommentare auf diesem Board – angenommen es wäre ein Tool Board – dann aus?

Nähern wir uns langsam an?

Kwestion Heath?
Ein Song im Kontext eines 2 Stunden Konzerts?! Und dann noch typisch Tull mäßig interpretiert. Darüber willst du dich doch wohl nicht aufregen oder?

Natürlich wäre mir ein Instrumentalsong von Tull auch lieber gewesen. Keine Frage. Und irgendwo gibt es auch Kitschgrenzen, die man nicht überschreiten sollte. Aber ich fand die Version von America wahrlich nicht schlimm.

King Heath
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Re: Konzertberichte

Beitrag von King Heath » So Jun 24, 2007 11:52 am

CaptainFalcon hat geschrieben: Ein Song im Kontext eines 2 Stunden Konzerts?! Und dann noch typisch Tull mäßig interpretiert. Darüber willst du dich doch wohl nicht aufregen oder?
Will ich nicht, habe ich schon. Mehrfach. Und je länger ich darüber nachdenke, desto höher steigt mein Adrenalinspiegel. Will denn niemand verstehen, dass derartig hinterfotziges Publikum über 60 Arschgelecke in den blauen Bock gehört?

Wer mir vor 10 Jahren prophezeit hätte, dass I.A. mit Carmen Nebel am Heiligabend im ZDF auftritt und auf der darauffolgenden Tour einen übrigens gar nicht typisch tullischen Ausflug an die West Side macht (mit ein bisschen Star Spangled Banner und Purple Haze - wie originell -, nicht zu vergessen das Dallas Thema - hamwa gelacht), den hätte ich einweisen lassen oder ihn für einen verunglückten Privatfernsehkomiker gehalten.

Und dass das nicht der einzige Punkt war, habe ich bereits geschrieben. Siehe oben.

Im Übrigen ist meine Frage nicht beantwortet worden. Ich stelle sie neu: Wäre es akzeptabel, wenn Porcupine Tree ihr Publikum mit einem Medley beliebter Melodien von Evita bis Phantom der Oper quälen (diejenigen, die den Kleister aus der Feder von Lordchen Lloyd-Webber freiwillig hören, brauchen nicht zu antworten).

KHeathterisch

CaptainFalcon
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Re: Konzertberichte

Beitrag von CaptainFalcon » So Jun 24, 2007 12:09 pm

King Heath hat geschrieben:
CaptainFalcon hat geschrieben: Ein Song im Kontext eines 2 Stunden Konzerts?! Und dann noch typisch Tull mäßig interpretiert. Darüber willst du dich doch wohl nicht aufregen oder?
Will ich nicht, habe ich schon. Mehrfach. Und je länger ich darüber nachdenke, desto höher steigt mein Adrenalinspiegel. Will denn niemand verstehen, dass derartig hinterfotziges Publikum über 60 Arschgelecke in den blauen Bock gehört?

Wer mir vor 10 Jahren prophezeit hätte, dass I.A. mit Carmen Nebel am Heiligabend im ZDF auftritt und auf der darauffolgenden Tour einen übrigens gar nicht typisch tullischen Ausflug an die West Side macht (mit ein bisschen Star Spangled Banner und Purple Haze - wie originell -, nicht zu vergessen das Dallas Thema - hamwa gelacht), den hätte ich einweisen lassen oder ihn für einen verunglückten Privatfernsehkomiker gehalten.

Und dass das nicht der einzige Punkt war, habe ich bereits geschrieben. Siehe oben.

Im Übrigen ist meine Frage nicht beantwortet worden. Ich stelle sie neu: Wäre es akzeptabel, wenn Porcupine Tree ihr Publikum mit einem Medley beliebter Melodien von Evita bis Phantom der Oper quälen (diejenigen, die den Kleister aus der Feder von Lordchen Lloyd-Webber freiwillig hören, brauchen nicht zu antworten).

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Wir liegen doch gar nicht so weit auseinander. Ich finde es auch nicht toll, und ist ein schmaler Grad zwischen gerade noch aktzeptabel wie bei America und dem totalen Absturz. Aber dennoch ist es ein 4 Minuten Song in einem 120 Minuten Set. Selbst, wenn ich nicht damit einverstanden bin, lasse ich mir doch dadurch nicht die Laune verderben. Mal ganz abgesehen davon, dass dieses ganze Credibilty Getue mir eh auf die Nerven geht. Nur weil Anderson nun mal bei Carmen Nebel aufgetreten ist, ist er ein schlechterer Künstler oder wie? Fühlst du dich dadurch in deiner Rocker Ehre verletzt?

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Re: Konzertberichte

Beitrag von Whistling Catfish » So Jun 24, 2007 7:07 pm

King Heath hat geschrieben:
CaptainFalcon hat geschrieben: Ein Song im Kontext eines 2 Stunden Konzerts?! Und dann noch typisch Tull mäßig interpretiert. Darüber willst du dich doch wohl nicht aufregen oder?
Will ich nicht, habe ich schon. Mehrfach. Und je länger ich darüber nachdenke, desto höher steigt mein Adrenalinspiegel. Will denn niemand verstehen, dass derartig hinterfotziges Publikum über 60 Arschgelecke in den blauen Bock gehört?

Wer mir vor 10 Jahren prophezeit hätte, dass I.A. mit Carmen Nebel am Heiligabend im ZDF auftritt und auf der darauffolgenden Tour einen übrigens gar nicht typisch tullischen Ausflug an die West Side macht (mit ein bisschen Star Spangled Banner und Purple Haze - wie originell -, nicht zu vergessen das Dallas Thema - hamwa gelacht), den hätte ich einweisen lassen oder ihn für einen verunglückten Privatfernsehkomiker gehalten.

Und dass das nicht der einzige Punkt war, habe ich bereits geschrieben. Siehe oben.

Im Übrigen ist meine Frage nicht beantwortet worden. Ich stelle sie neu: Wäre es akzeptabel, wenn Porcupine Tree ihr Publikum mit einem Medley beliebter Melodien von Evita bis Phantom der Oper quälen (diejenigen, die den Kleister aus der Feder von Lordchen Lloyd-Webber freiwillig hören, brauchen nicht zu antworten).

KHeathterisch
Meine Güte, lieber "Builder", oder soll ich Bob sagen?

Jetzt kegeln 'se sich aber allmählich aus der Diskussion! Was sollen denn diese albernen Vergleiche! Wenn Ihnen das "America" unserer Jungs nicht gefällt - fair comment! Aber Ihre werte Meinung ist doch nicht der Weisheit letzter Schluß, oder etwa doch?

Ich für meinen Teil habe ja nun auch schon ein paar intensive Tull Jährchen auf dem Buckel und für mich gehört "America" zu den Highlights des Programms! Das ist nämlich eine ganz wunderbare "Rendition" die uns die Herren da vortragen! Voller Spielwitz, Präzision und Power! Ja, das meine ich ernst mit der Power.

Dein Problem ist schlicht, daß Du entweder:

a.) den Ansatz den JT heute hat schlicht nicht verstanden hast
b.) nicht verstehen willst
c.) Dir der Ansatz und oder die Umsetzung einfach nicht gefällt, was ja dann wieder eine Geschmacksfrage ist, und keineswegs etwas mit Sachverstand zu tun hat!

Wenn a. oder b. zutreffend sind, bist Du wohl schlicht zu doof.... :wink: , das glaube ich aber nicht, daher denke ich c.) ist Dein Fall.

Und wenn dem denn so ist, ok! Dein Problem - aber noch lange kein Grund, daß hier alles so in Grund und Boden zu reden um einige der Leutchen hier bewusst zu provozieren. Denn objektiv ist "America" schon ein beeindruckendes und lustiges Arrangement. Und objektiv spielen Tull einzigartige Konzerte, die die Menschen, die Tull 2007 mögen nachhaltig und mächtig beeindrucken! Wenn es nicht Deine Tasse Tee ist, so kann ich das zwar nicht verstehen, aber akzeptieren. Aber hier zu versuchen eloquent Leute "aufzuziehen" und Reaktionen zu provozieren ist doch schlicht unter Deinem Niveau! Oder sehe ich das falsch? :wink:

Wir sehen uns in C.
Hochachtungsvoll,
J.
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under wraps
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Beitrag von under wraps » So Jun 24, 2007 10:51 pm

Was ist denn der Ansatz von JT heute?

Hier sollte jetzt zwar Herr Anderson selber antworten....

aber vielleicht kannst Du es mir ja mal verkünden.

Vielleicht verstehe ich dann doch was ich in Gelsenkirchen gesehen habe.

Bin gespannt!

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Jörg
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Beitrag von Jörg » Do Jul 12, 2007 6:06 am

Gelsenkirchen, Samstag, 16.06.2007, Amphitheater.

Von 20.15 Uhr bis 22.15 Uhr Musik vom Feinsten.
Mit ein Grund: Keine Vorgruppe, wie im Jahr 2005.

Auch im backstage-Bereich stimmte der Sound.
Ian begrüsste - er verbeugte sich tief - auch die
vielen Camper auf der anderen Seite des Kanals.

Der Drummer hatte an diesem Tag Geburtstag.
Er wurde 1954 geboren - also noch im letzten Jahrhundert.
Wie alt er ist, konnte niemand der Anwesenden mehr errechnen.
Alle Mitglieder der Band hatten ihn schon reichlich beschenkt, so Ian's Worte.
Leider, so fügte der Meister hinzu, könne man Potenz nicht überbringen.

Auf diesem Wege: Gute Besserung und mein ganz persönlicher Rat: "üben, üben, üben."
Übung macht den Meister, sicherlich auch in dieser Disziplin.

Was bin ich froh, dass ich erst 1959 auf die Welt kam.
Fünf Jahre habe ich noch "zu lieben", dann bin ich tot.

Was meint ihr: Soll ich danach auch Drummer werden?

Mit vorzüglicher Hochachtung
Jörg, ein ganz normaler JT-Fan. 8)

ps

Wir sehen uns im nächsten Jahr.

Herzlichen Dank für die vielen
schönen und unschönen Fotos.
"Mir war, als ginge durch die blaue Nacht, die atmende, ein rätselhaftes Rufen, und nirgends war ein Schlaf in der Natur".
Ludwig Reiners, Stilkunst, Ein Lehrbuch deutscher Prosa, Verlag C.H.Beck, ISBN 3 40634985 4

Thomas G

Beitrag von Thomas G » Sa Jul 14, 2007 2:35 pm

Carsten hat geschrieben:„Water Carrier“ und „Fat Man“ in einem Konzert? Mich hat schon aufgeregt, dass die beiden auf der „Best of acoustic“ sind. Nächstes mal sollten sie noch „Like A Tall Thin Girl“ hinzunehmen, dann haben wir eine richtige Trilogie „Gleiches Lied – anderer Text“.
Eine melodiöse Ähnlichkeit zwischen Fat Man und Water Carrier höre ich (anhand der Studioversionen) nicht, die ähnliche Instrumentierung (Mandoline und Bongos) ist wohl Zufall. Water Carrier halte ich für eins der besten Stücke der Nach-Roots-To-Branches-Zeit. Like A Tall Thin Girl ist ein sowohl vom Arrangement als auch vom Text bewusst an Fat Man anknüpfender Gag, den ich recht gelungen finde - schönes Flötensolo vor allem, einer der besten Momente auf Catfish Rising.
Carsten hat geschrieben:Wie oft muss man eigentlich noch „Jack In The Green“ hören? Ich fand das schon immer eines der langweiligsten Lieder aus der „Folk-Phase“.
Ich denke, der Song kommt IAs Stimmbändern sehr entgegen, das fiel mir schon auf Living With The Past auf, wo er es tadel- und mühelos singt. Ich finde den Song einfach, aber nicht langweilig. Passt doch schön in den geheimnisvollen Wald von 1977, als Tull mal soeben einen Pseudofolkrock erfanden, der sehr viel grandioser ist als der in der Tradition gewachsene à la Steeleye und Fairport. Freilich kann man durch Wiederholung alles totspielen. Was ich sagen will: Wenn sie es live gerade totspielen, kann man das dem Song nicht anlasten. Da ich nie zu Konzerten gehe, wurde für mich sogar Hunting Girl nie totgespielt.

Jens
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13.07.07

Beitrag von Jens » Sa Jul 14, 2007 8:55 pm

Freiburg, es ist der 13. Juli 2007 und es ist heiß im Zelt, sehr heiß. Die Bügelfalte hält David Goodier aufrecht. Der Nebel wabernder Keyboardsounds will sich einfach nicht lichten. Was John O’Hara tut hätte er lieber lassen sollen. Mit Erschrecken sehe ich die Umrisse eines Neuen, aber doch Altvertrauten: James Duncan. Die beiden Alten, nun, sie spielen routiniert. Das war’s auch schon. Ich suchte de Sonne, die sonst rasch die Hügel erklomm und strahlte, und die kleine verschworene Gemeinde wärmte, vergebens.

Whistling Catfish
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Beitrag von Whistling Catfish » So Jul 15, 2007 2:33 pm

Mahlzeit,

ich hab's mal wieder nicht lassen können und hab mir am Wochenende doch spontan noch die beiden Tull Konzerte in Freiburg und Singen gegeben. Und das obwohl ich noch bis Donnerstag nachmittag geschäftlich Katowice, Polen weilen musste. Doch ein Höllenritt in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag beförderte mich noch bis Hockenheim und von dort aus, waren es am nächsten Tag nur noch wenige Kilometer bis Freiburg.

Nun, zum Gig:

Die wohl wichtigste Nachricht ist, das Doane Perry durch James Duncan ersetzt wurde. James ist ein guter Drummer, allerdings in meinen Ohren eher ein Typ wie Gerry Conway und so muss ich zugeben, das ich lieber unseren "mighty" Doane hinter der Schießbude sehe. Doch sei's wie es sei, James macht am akustischen Schlagzeug eine gute Figur, doch ziehe ich halt Doane's etwas aufwendigeren Stil vor!

Das Freiburge ZMF (Zelt Musik Festival) existiert wohl schon seit 25 Jahren und die großen Acts treten dort in einem klassischen Zirkuszelt auf. Jetzt ist ein Zelt nun von Haus aus kein akustisches Kleinod und so dann auch hier. Der doch sonst so glasklare JT Sound war selbst in der ersten Reihe ein wenig breiig und es gab sogar ein oder zwei unangehnehme Feedbacks. Die Temperatur in diesem Zelt lag wohl kurz vor dem Siedepunkt und der Sauerstoffgehalt tendierte mit Fortschritt des Konzertes irgendwann gegen Null.....doch Laune hat es trotzdem gemacht. Diese neue Band wird zunehmend besser. John O'Hara schwimmt sich immer freier und entwickelt mittlerweile sogar eine gewisse Bühnenpersönlichkeit. So schneidet er mittlerweile Grimassen, macht ansatzweise Posen und schäkert charmant mit dem Publikum. Doch auch musikalisch steuern er und Dave Goodier nette Kleinigkeiten zu den bekannten Arrangements bei. Klasse!

Doch wie gesagt, kein perfektes Konzert und das eben vorrangig wg. der wirklich nicht tollen Akustik in diesem Zelt.

Am folgenden Tag machten wir uns dann auf nach Singen. Und das, liebe Freunde, sah eines der geilsten Tull Gigs in dieser Saison. Das Konzert fand auf der Burgruine Hohentwiel, auf einem 688 m hohem Felsen statt. Die Location gab eine Aussicht auf den gesamten Hegau, mit seinen vielen Vulkankegeln bis zum Bodensee preis.

Die 4000 Tickets waren bereits seit mehreren Wochen ausverkauft, der Himmel wolkenlos und sommerlich! Bessere Bedingungen kann man sich nicht vorstellen und so wird mir dieses Konzert unvergesslich bleiben.

JT geht mit großer Liebe zum Beruf zu Werke. Druckvoller, transparenter Sound und eine tolle Auswahl neuer und alter Perlen im Programm knallten uns die fünf Herren auf diesem malerischen Felsen ein schlicht unvergessliches Konzert um die Ohren.

Die Setlist war um Fat Man und Water Carrier gekürzt, aber dafür um eine Version von Mother Goose ergänzt, die schlicht zum niederknien ist.

Der neue Schluß von Loco Breath wächst und wächst und wächst..... :wink:

Ich glaube nicht, das es noch viel besser geht....obwohl doch, mit Doane vielleicht.... :wink:

Bin gespannt, ob Ian und Konsorten das nächste Woche noch mal toppen können....

Viele Grüße,
J.
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clasp
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Beitrag von clasp » So Jul 15, 2007 8:54 pm

Whistling Catfish hat geschrieben:Mahlzeit,
John O'Hara schwimmt sich immer freier und entwickelt mittlerweile sogar eine gewisse Bühnenpersönlichkeit. So schneidet er mittlerweile Grimassen, macht ansatzweise Posen und schäkert charmant mit dem Publikum.
Na dann hat er ja auch vielleicht das Zeug zum Bademeister oder kann gar im Zirkus auftreten!?

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