Nightcap hat geschrieben:
Unter den 15 Abgeordneten (mehr haben sie übrigens gar nicht auf der Liste) ist doch tatsächlich 1 (in Worten: eine) Frau!
Den Schnitt übertrifft selbst die olle CDU locker...
Das stimmt schon, aber
Fourteen men and a woman on a dead man's chest
Yo ho ho and a bottle of rum
klingt irgendwie blöd.
Ernsthaft: was sagt uns das über Zustand und Ansehen der so genannten etablierten Parteien, dass die Berliner 15 Piratinnen und Piraten in ihr Stadtparlament wählen - und dann auch noch hunderte Kilometer von der See entfernt? Die Antwort liegt auf der Hand. Nur ein Beispiel: der Fredel von den nicht mehr im Parlament vertretenen blau-gelben spricht in seiner neoliberalen Dummhaftigkeit davon, dass "der Markenkern" seiner Partei beschädigt worden sei. Und da wundert sich dieser Immobilienmakler darüber, dass ihn niemand wählt? Und wenn auch heute jeder Jeck davon spricht, dass diese oder jene Band "performt" oder sich von ihr was "downloaded", obwohl die Band als Metal "gebrändet" wird, heißt das noch lange nicht, dass Politiker, die ihre Komplettunfähigkeit hinter schwülstigen Worthülsen verstecken, vom Mann bzw. der Frau von der Straße noch gewählt werden wollen.
Entgegen meiner Gewohnheit, mich von politischen Gesprächsrunden im Fernsehen fern zu halten, habe ich gestern ein paar Minuten die Jauchgrube im Ersten gesehen. Statt mit Ehrlichkeit die wirklich drängenden Probleme unserer Gesellschaft, sprich eine gerechte Verteilung von Vermögen und Arbeit, anzugehen, verbreitet man populistischen Unfug auf dem Rücken von Gyrosdrehern und lauscht ehrfürchtig den Ausführungen eines Börsenmaklers. Der Brandstifter in der Rolle des Feuerwehrmannes und keiner merkt was. Sind wir wirklich schon so verblödet? Liegt's an der ständigen Bereitschaft, sich eine Mikrowellenquelle in Form eines Mobiltelefons an die Rübe zu halten? Liegt es daran, dass wir ständig und überall kommunizieren, ohne etwas zu sagen zu haben?
Ich bin der Meinung, dass Politiker (inklusive Sachverständige, Experten und Börsenmakler) aus Funk und Fernsehen verbannt werden sollten. Wenn sie etwas mitzuteilen haben, hat dieses nur noch schriftlich zu passieren. Und nicht etwa frisch aus dem Laserdrucker, oh nein. Mit dem Federkiel und Tinte auf feinem Pergament soll geschrieben werden. Spätestens beim zweiten Absatz wird dann abgewägt werden, ob man wirklich etwas zu sagen hat oder nur faselt. So wie ich. Die Tastatur ist geduldig.
Kwertzuiopü Heath