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Verfasst: Di Okt 23, 2007 6:11 pm
von King Heath
Mensch, Onkel Zarsten, da haste ja mal in die Tastatur gekloppt. Offensichtlich ohne den kleinen Finger zu benutzen, wa? Recht so.

Und wie immer:
"Ganz auf der Linie meiner Intentionen, ganz auf der Linie meiner Intentionen."

Zitat: Herr Gewalt, pardon, Kraft in Curt Götzens Das Haus in Montevideo.
Kurt Heath

Verfasst: Di Okt 23, 2007 6:40 pm
von Sterni
Hallo Karsten und alle anderen !

Ich weiß nicht, ob ich hier überhaupt richtig bin. Ich dachte eigentlich, daß in einem Forum hauptsächlich Fans anzutreffen sind. Hier scheint es nicht so zu sein. Falls ihr es noch nicht bemerkt habt, Jethro Tull von 1973 gibt es nicht mehr. Mit jedem Wechsel in der Band kamen neue Impulse für die weitere musikalische Entwicklung. Jethro Tull ist weniger als Band, mehr als sich ein ständig neu orientiertes Projekt anzusehen. Es ist durchaus richtig, daß nicht jede dieser Entwicklungen Jedem gefallen muß, doch sollte ein hartgesottener Fan über so manche kleine musikalische Entgleisung erhaben sein. Wer will es dem Herrn Anderson verwehren, wenn er im 60. Lebensjahr zur klassischen Musik tendiert. Keiner von uns wird noch den gleichen Musikgeschmack haben, wie vor 30 Jahren. Manch einer schämt sich sogar für Sachen, die er vor Jahrzehnten gehört hat. Mit dem Meisters Stimme ist es auch nicht mehr , wie früher. Somit sind ihm Grenzen gesetzt, was geht und was nicht. Es ist ihm hoch anzurechnen, daß er es seinen Fans nicht zumutet, jeden großen Hit vorzutragen und damit alte musikalische Erinnerungen zerstört. Jethro Tull von 1973 wird es wohl nie mehr geben. Ich kann nur sagen, zum Glück, denn wir werden auch nicht nicht wieder die gleichen sein wie 1973. Mir genügt es, mich zurück zu lehnen und die Musik zu genießen. Habt ihr euch denn schon einmal die Mühe gemacht, verschiedene Generationen nach ihren Lieblings-Tull-Hits zu fragen ? Man ist erstaunt, was da zu Tage kommt. Wer möchte schon, daß sein Idol ständig die gleichen Titel runterleiert. Ich finde die Entwicklung ins Klassische grandios. Vielleicht liegt es ja daran, daß ich nur ein kleiner Busfahrer. ABER mit zwei gesunden Ohren !!!

Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich unbeliebt gemacht habe, die besten Grüße, Lutz

Bild

Verfasst: Di Okt 23, 2007 9:40 pm
von strange avenue
Carsten hat geschrieben:[...]zu einem wirklich interessanten Beitrag [...]
Hab’ Dank für den Zuhspruch, Herr Carsten!

Mann, ich dachte, ich finde das Bahnhofsbild noch irgendwo, damit ich hier wieder zurück zum topic komme…wird schon noch auftauchen. Der ’Crossroads’-Schnappschuss hätte ja schon ziemlich genau digipack-Format – und wäre ein absoluter Aufatmer nach all den PC-Bildchen (Box Set, Dances, Roots, Birds, Dot Com) und Gelsenkirchener-Barock-Eigenbau-Wurstbrettmotiven (Christmas Album): Spontaner Knipser, hippe, quietschbunte, tummelige Strassenszene mit einem unbekümmert vor sich hin sausenden Anti-Helden in kurzen Hosen als Zentrum. Ist ja fast schon Hipgnosis!!
Ich finde daran echt nix Erschütterndes. Da treibt einem seine Bühnenerscheinung in ’Trainingshosen’ und den komischen übergardinenartigen Kringelwesten eher das Wasser aus der Nase. Er hatte mal so’ne Phase in den späten Achtzigern, als er diese ein bissl weiteren, heute würde man sagen: cargo lif…äh – Hosen und ein ganz einfaches einfarbiges Hemd dazu trug, eine Arbeitskleidung, in die er supercool und total unpeinlich hätte ‚hineinaltern’ können; Ich weiss nicht, wer ihm jetzt zu den seltsamen Bühnenklamotten rät?! Sieht für meine Augen immer dermassen bieder und kreuzbrav angeputzt aus…wie auf’ner mittelständischen Betriebsweihnachtsfeier hier im Osten, wenn ihr wisst, was ich meine.

Ach ja, das honky Chateau! Jawolll, ich weiss annähernd 100%ig genau, was an den ursprünglich gar nicht so desaströsen tapes original, 1988er oder 1993er overdub ist, und dazu braucht’s auch nicht viel. Die Ohren aufzusperren beim Musikhören ist doch erlaubt, stimmts? Und 4 Minuten lang dieselbe Winzmelodie in Endlosschleife bringt (hoffentlich) den devotesten Tulli an die skip-taste (Bungle part 2 und, vor allem, Critique Oblique – Post Last). Dagegen eine Glanztat, wie er noch 5 Jahre vorher mit den 11 Minuten auf’m box set umgegangen ist, hat mich beim erstenmal Hören glatt weggewedelt – über die whistles in ’rehearsal’ könnt’ ich mich kringeln!

Und, ganz nebenbei: Ja, ich liebe die Musik von Tull. Alleine, dass trotz der verschiedensten Krisenerscheinungen (‚Wo, bitte, bekomme ich auf die schnelle einen drummer her?’) der Output der 80er so klingt, wie er klingt, wäre schon ein Grund für spontane, unbeherrschte Knutschorgien. Halten Sie zum Vergleich mal Yes (‚Wo sind meine weissen Socken und die Blondtönung?’), Genesis (‚Ach, du kannst auch trommeln, Phil?!), oder ELP (nicht vorhanden) dagegen.
Da haben wir die Spät60er und 70er noch gar nicht mit dabei!

Und dann?...dämmert am Horizont schon Andy Giddings mit seinen Katzenwesten herauf, und Schluss is’ mit Kinoformat. Zwischendurch noch ein paar leidliche 16mm Fernsehspiele (Catfish, unplugged’92 thing), danach Camcorderniveau für den Eigengebrauch.
Und die Yesses und Genessisse haben haben wieder Oberwasser, ohne sich selbst bewegt zu haben…und bei den dazu gehörenden fan boys und –girls immer dieses komische Grinsen, wenn man sich zu erkennen gibt, na, wer will’s ihnen verübeln? ;)


viele grüsse,
strange avenue

post-1990 Tull sounds like shit!

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 10:48 am
von jan.gast
strange avenue hat geschrieben:Dagegen eine Glanztat, wie er noch 5 Jahre vorher mit den 11 Minuten auf’m box set umgegangen ist, hat mich beim erstenmal Hören glatt weggewedelt – über die whistles in ’rehearsal’ könnt’ ich mich kringeln!
Also Strange Avenue,
willst Du damit zum Ausdruck bringen, es gäbe nachträglich aufgespielte (Flöten)Stimmen in den drei Stücken von zusammen 11:09 der CD aus 1993 im Vergleich zum entsprechenden Track 2 (Länge 11:09) vom 88er Boxset (Disc 2)? [ich schreib das mal so genau, um sicherzustellen, dass wir die gleiche Basis haben].
Willst Du zum Ausdruck bringen, das der Abschnitt mit den Whistles in der 93er VÖ anders klingt als in der 88er?
Falls Du diese beiden Fragen mit JA beantwortest, empfehle ich, das Ganze noch einmal vergleichend anzuhören (was auch gern alle anderen an diesem kleinen Meinungsstreit Interessierte tun können - falls sie die Zeit dazu haben - um zu "ihrer" Antwort zu gelangen)

Abschließend noch eine weitere Frage: welches Material steht Dir zur Verfügung, um Unterschiede zu den "ursprünglichen" Tapes in Bezug auf behauptete 1988er (!) und 1993er Overdubs (dazu siehe zwei Zeilen weiter oben..) feststellen zu können, bist Du etwa im Besitz dieser bzw. einer davon erstellten Kopie?


mit nun besonders gespitzem Ohre
JG

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 12:12 pm
von Carsten
King Heath hat geschrieben:Offensichtlich ohne den kleinen Finger zu benutzen, wa? Recht so.
Hä, kleiner Finger? Fasteh ick nich. Meinst Du etwa die fielen Vehla? Tut mir leid, aber zum Korrecktuhrlesen sind meine Augen zu grau und meine Zeiten zu kurz.
strange avenue hat geschrieben: Gelsenkirchener-Barock-Eigenbau-Wurstbrettmotiven (Christmas Album)
Sehr treffend! Mich hat es immer an einen Apothekenkalender erinnert.
jan.gast hat geschrieben: Willst Du zum Ausdruck bringen, das der Abschnitt mit den Whistles in der 93er VÖ anders klingt als in der 88er?
Nein, ich glaube, dass will er nicht. Aber auf den anderen Stücken, die dann 93 auf Nightcap erschienen, sind die nachträglichen Gesangsersatzflötendudeleien eindeutig neu und schlampig.
Man braucht auch keine ursprünglichen Tapes, sondern nur ursprüngliche Ohren, um das neue Gedudel herauszuhören. Hatte Ian auch in Interviews gesagt, dass er fehlende Gesangstracks mit Flöten "veredelt" hat.

Und auch ich liebe Tull mehr als gesund ist. Aber gerade deshalb tut mir der Blödsinn ja so weh.
Sterni hat geschrieben: Ich finde die Entwicklung ins Klassische grandios.
Aber es ist KEINE Entwicklung ins Klassische. Es ist alte Musik mit recht einfallslosen Orchesterarrangements. Das ist so klassisch wie "Se Landen Zimmpfenie Orkestra plehs ABBA", falls es so etwas gibt.

Recht interessant (wenn auch nicht gerade die Neuerfindung der Musik) war allerdings der Soundtrack zum geplanten Warchild-Film, der 1975 für ca. 45 Minuten vor den Konzerten vom Band lief. Warchild auf der sonst schrecklichen "A Classic Case" ist davon übriggeblieben und der "Warchild Waltz". Selbst "The Water's Edge" hatte seine Momente. Mehr davon und mit den Jahren etwas mutigerer Sachen wären fein gewesen.

Ober-Tull-Fan (seit 1969)
Zeh.

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 12:41 pm
von jan.gast
Carsten hat geschrieben:
jan.gast hat geschrieben:Willst Du zum Ausdruck bringen, das der Abschnitt mit den Whistles in der 93er VÖ anders klingt als in der 88er?
Nein, ich glaube, dass will er nicht. Aber auf den anderen Stücken, die dann 93 auf Nightcap erschienen, sind die nachträglichen Gesangsersatzflötendudeleien eindeutig neu und schlampig.
Nett, dass Du Partei ergreifst, mal sehen, was er selber dazu schreibt. Er zieht jedenfalls die konkreten 11.09 als Beispiel heran, der 88er "Fassung" sogar Meisterliches bescheinigend.
Strange Avenue hat geschrieben:Dagegen eine Glanztat, wie er noch 5 Jahre vorher mit den 11 Minuten auf’m box set umgegangen ist, hat mich beim erstenmal Hören glatt weggewedelt ...
Fakt ist, das hören die Ohren: die drei Tracks sind völlig identisch vom Material her (die 88er Sache offenbar etwas "trockener" gemastert, das ist alles).
Klar sind übereinandergespielte Stimmen auf den Chateau-Tapes klar zu erkennen, stellenweise die Alleingang-Machart einiger Minstrel-Passagen vorwegnehmend. Da kann man sich mit etwas Kennerschaft und Phantasie vorstellen, wie das IA allein im Studio zusammengebastelt hat, nur halt nicht 1993!! (Ob 1988 würd' ich gerne einschätzen wollen, wenn ich die originalen Bänder gehört hätte.)
Und mit den - zu Recht (das sag ich an dieser Stelle auch gerne!) - kritisierten, schmerzlich gefälligen Arrangements beispielsweise der Orchester-Auftritte inklusive Ton- und Bild-Träger der letzten Jahre oder gar dem unrühmlichen Auftritt zum Mozart-Jahr oder vor einem Publikum mit seiner Majestät dem Bundespräsidenten an der Spitze hat das nun überhaupt nichts zu tun.
Wie kann man also darauf solch eine Grundsatzdebatte aufbauen wollen? Diese als solche wäre es wert geführt zu werden, aber der Bezug ist nun absolut daneben.

Wenn's jetzt Mode wird, sein Tull-Taufdatum hier dazuzuschreiben, so mach ich das auch gern: Anfang 1970 ist's gewesen.

JG

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 1:01 pm
von Carsten
jan.gast hat geschrieben:Da kann man sich mit etwas Kennerschaft und Phantasie vorstellen, wie das IA allein im Studio zusammengebastelt hat, nur halt nicht 1993!!
Doch, das hat er (1993)! Quelle muss ich leider schuldig bleiben. Er hat damals erzählt, dass er nun doch noch Bänder gefunden hat und diese mit Flöte komplettierte.
Eine Grundsatzdebatte kann ich nicht erkennen, genausowenig wie Aqualung ein Konzeptalbum ist. Es sind nur einige Gedanken zu: wäre schön, wenn... und trotzdem isser doch der Beste, vor allem in kurzen Hosen!

Gruß ans Benefit-Kind
Zeh.

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 1:11 pm
von Carsten
jan.gast hat geschrieben:nur halt nicht 1993!!
Guck ma hier im ersten Absatz am Ende:
http://www.cupofwonder.com/nightc2.html#chateau

Gruß
Zeh.

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 2:06 pm
von jan.gast
Carsten hat geschrieben:
jan.gast hat geschrieben:nur halt nicht 1993!!
Guck ma hier im ersten Absatz am Ende:
http://www.cupofwonder.com/nightc2.html#chateau

Gruß
Zeh.
Ich will diese Sache nicht unbedingt auf die Spitze treiben, muss aber sagen (was die Gültigkeit der Quelle betrifft): hier wird sozusagen aus dritter Hand zitiert. Fakt ist: wenn 11 Minuten Musik auf einer VÖ aus 88 genauso klingen wie 93, kann dieses Stück Musik nicht 93 bearbeitet worden sein, man kann also auch nicht sagen (jetzt mal im übertragenen Sinne zitiert), der Umgang damit sei 1988 super und fünf Jahr später sch... gewesen. Nur das sagte ich weiter oben. Weiter (ganz in federfuchsers Manier): Wenn IA also - meinetwegen (das wäre ein anderes Thema) -1988 Flötenlinien ergänzt haben sollte, kann man erstens das Ergebnis von 88 und 93 nicht unterschiedlich bewerten (siehe oben) und zweitens kann man das Ergebnis nicht als Beleg des späteren, weniger intensiven Flötenstils (der sich nun nachweislich frühestens ab 1993 überhaupt erst entwickelt hat (wie übrigens auch Strange Ave selber korrekt anmerkt!), anführen.
Ein grundsätzliches Thema ist das allerdings schon, denn es prägt nun mal ganz offensichtlich den Stil dessen, was unter Jethro Tull und/oder Ian Anderson uns alle interessiert - und das zeigt ja auch diese Debatte hier.
Aqualung ist kein Konzeptalbum - ja, das seh ich genauso, was hat das mit alldem hier zu tun?

JG

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 3:47 pm
von Carsten
jan.gast hat geschrieben: Ich will diese Sache nicht unbedingt auf die Spitze treiben, muss aber sagen (was die Gültigkeit der Quelle betrifft): hier wird sozusagen aus dritter Hand zitiert.
Manno, das wird ja ein richtiger Zickenbockkrieg hier.
Hör's doch einfach mal ein, man kann es hören.

Und zitiert wird immer aus irgendeiner Hand, sonst wär's ja ein Gespräch. Selbst wenn das Zitat in in der Tat in der TAZ gestanden hätte, wäre es aus soundsovielter Hand (Interviewer, Übersetzer, Drucker).

Aber Du willst ja nicht hören,also musst Du lesen, z.B.:

Anderson discovered the ababdoned Chateau D'Herouville recordings and, to please Tull fans who clamored for their release, decided to include most of the tracks on the first disc in the retitled Nightcap set. Naming it "My Round", he remastered the tapes to digital and then added flute parts to unfinished sections. Missing vocals, however, were not completed, as he explained:

"It's OK to add flute to something 20 years after the rest of it was recorded, because it would have sounded the same had I done it 20 years ago. Vocals are a different matter, though: I was a young man then, with a much better voice and a different way of singing things,and it would sound decidedly odd should I try to sing those songs now."

Jethro Tull - A history of the Band, 1968-2001
Scott Allen Nollen, S. 261


Es gibt derer noch einge, ich bin aber tippfaul und wie gesagt:hören!
jan.gast hat geschrieben:Fakt ist: wenn 11 Minuten Musik auf einer VÖ aus 88 genauso klingen wie 93, kann dieses Stück Musik nicht 93 bearbeitet worden sein, man kann also auch nicht sagen (jetzt mal im übertragenen Sinne zitiert), der Umgang damit sei 1988 super und fünf Jahr später sch... gewesen.
Bitte nicht im übertragenen Sinne zitieren, wenn Du schon meine Zitatquelle anzweifelst (s.o.). Es hat hier niemand behauptet, dass diese 11 Minuten 1993 noch einmal überflötet wurden, sonder dass er diese 11 Minuten 1988 noch anständig bearbeitet hat und die restliche Stücke 1993 zum Teil verhunzt.

Kleines echtes Zitat:
strange avenue hat geschrieben: Und 4 Minuten lang dieselbe Winzmelodie in Endlosschleife bringt (hoffentlich) den devotesten Tulli an die skip-taste (Bungle part 2 und, vor allem, Critique Oblique – Post Last). Dagegen eine Glanztat, wie er noch 5 Jahre vorher mit den 11 Minuten auf’m box set umgegangen ist, hat mich beim erstenmal Hören glatt weggewedelt
jan.gast hat geschrieben:Wie kann man also darauf solch eine Grundsatzdebatte aufbauen wollen?
Außer Dir will hier keiner eine Grundsatzdebatte aufbauen. Ich weiß auch gar nicht, um welchen Grundsatz es hier gehen soll...Wasser ist nass? Der Ball ist rund?
jan.gast hat geschrieben:Aqualung ist kein Konzeptalbum - ja, das seh ich genauso, was hat das mit alldem hier zu tun?
Na eben: nichts. Kein Konzept, kein Grundsatz, kein Bausparvertrag!

Schöne Wochenmitte
Zeh

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 4:10 pm
von strange avenue
Also, gegen die 1993 overdubbten, früher im selben Jahr neuentdeckten, ollen tapes sind die 11 Minuten, die auf’m alten Boxset schon mit den (offen hörbaren) 88er Flöten- und tin whistle-overdubs aufgetaucht sind, eine Ohrenweide. Mal abgesehen davon, dass mir das Mastering, von dem Du, lieber Gast im Jänner, schreibst, auf der Box wirklich viel besser gefällt (hat vor allem mehr Dynamik zwischen den akustischen und den harten Brezelstellen), hat sich am musikalischen Inhalt der scenario --> no rehearsal Sequenz bis zur 93er Wiederveröffentlichung natürlich nix geändert (abgesehen davon, dass bei mir genau am Anfang von ‚No rehearsal’ auf dem Nachtumtrunk immer so ein ‚luuurkhh’ Geräusch kommt, als wäre das Band gerissen, aber vielleicht is meine CD kaputt [hört man aber auch nur unter Kopfhörern]).

’S ist eben Mist, dass die restlichen 40 Minuten sich erst 93 oder so wiederentdecken haben lassen, so bleibt einem nur übrig, davon zu träumen, wie sie mit Ye olde Anderson’s Flötenterrorismus in’ner 88er Nachbearbeitung geklungen haben könnten. Huhh, huhh…und dass vom Saxophon in Left Right wirklich fast nix mehr da ist, tut mir richtig leid, für mich ist das Stückchen (neben ein paar anderen Chateau-Sachen, unter anderem den mehrfach beschworenen 11 Minuten vom 88er UND 93er set ;) ) eine der gaaanz wenigen Gelegenheiten , bei denen 70er Tull im Studio sich in die Nähe von 70er Tull live bewegt haben (im Gegensatz z.B. zum purzelig-jazzigen TAAB oder dem pastoralen APP), und daher allererste Wahl. Zum Glück, das muss man auch wieder sagen, tun hier die Flötenschmeicheleien im rechten Gehörgang nicht gar so weh wie an etlichen anderen ’Nightcap CD No.1’stellen

Also kürz: Scenario/Audition/No rehearsal in der alten box UND im 2 CD set in meiner Opinion Daumen hoch, der grosse Rest der Honky Chateaus hat leider durch die 93er Bearbeitung ziemlichen Schaden genommen (mir gefiele im Gegensatz zu Carsten sogar die unwirkliche Einleitung (aka first post) ziemlich gut, wenn, und da haben wir’s schon, der Chef anno ’93mal ein bissl die Pobacken zusammengekniffen hätte und wenigstens drauf achten würde, mit seinem Pusterohr halbwegs synchron die Saxophoneinsätze zu treffen….

Jesses, bin ich off-topic, oder wie??

bis demnächst,
strange avenue

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 4:41 pm
von strange avenue
jan.gast hat geschrieben:Ich will diese Sache nicht unbedingt auf die Spitze treiben, muss aber sagen (was die Gültigkeit der Quelle betrifft): hier wird sozusagen aus dritter Hand zitiert.
Dass jemand ’ne schriftliche Quelle braucht, um mitzubekommen, dass da in den 80er/90er Jahren was hinzugekommen ist, und selbst der misstraut, lässt mich nicht mehr gar so an mir selbst zweifeln, wenn ich Sachen wie „…als Sänger ist Anderson sicher nicht mehr ganz auf der Höhe, dafür wird er als Flötist immer besser…“ lese.
Hörst Du Dir die kleinen runden Dinger auch an, oder tust Du sie gleich eingeschweisst zur Sammlung dazu?? ;)

hübsche grüsse,
strange avenue

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 6:14 pm
von King Heath
Carsten hat geschrieben: Hä, kleiner Finger? Fasteh ick nich. Meinst Du etwa die fielen Vehla? Tut mir leid, aber zum Korrecktuhrlesen sind meine Augen zu grau und meine Zeiten zu kurz.
Wo denn schon alle hier am Erklären sind:
Carsten hat geschrieben: Der "neue" Flötenstil Andersons geht ja auf das Jahr 1993 zurück, in dem ihm seine Tochter erklärte, dass er eine falsche Grifftechnik verwende.
Kleiner Finger auf der Dis-Klappe. Vaschtehste? Kleiner Finger. Hamwas? Hamwanichjelacht.

KH

Verfasst: Mi Okt 24, 2007 7:19 pm
von Carsten
King Heath hat geschrieben: Kleiner Finger auf der Dis-Klappe. Vaschtehste? Kleiner Finger. Hamwas? Hamwanichjelacht.

KH
Ach soooo, dis is ja luschtik, ich Dummerle. Du schlimmer Finger.

Grüße an Er von olle
Icke

Verfasst: Do Okt 25, 2007 10:56 am
von Jörg
Schalem.

Ein wahrlich interessanter Beitrag auf höchstem Niveau :!:

Endlich ist auch mir der Unterschied zwischen einer Diva, der allseits gefürchteten Dis-Klappe an der Querflöte, die wohl zwangsläufig zur Diskreditierung führt, sowie die Gefahren, die mit dem Auslöseknopf an unseren digitalen Fotoapparaten einhergehen, klar geworden.

Nicht zu vergessen, was alles passieren könnte, wenn der eigens beauftragte Rowdy, sich am on- / off-Schalter des Shure SM58 wie ein romantischer Raudi verhält - zu deutsch: es nicht einschaltet, um die goldene Stimme somit am Horizont - auf den mit spot-lights eingefärbten Brettern, die die Welt bedeuten: die Bühne ist gemeint - für immer untergehen zu lassen.

Fassen wir also kurz zusammen:

Diva :arrow: = weiblich, z.B.: http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,15 ... 70,00.html

Devil :arrow: = männlich, z.B.:
http://images.google.de/images?q=devil& ... s&ct=title

oder - danke Carsten, das Gegenteil z.B. so: http://farm2.static.flickr.com/1058/145 ... 8b03_o.jpg

Gegenteil? Ja, der Teufel würde Prada tragen. Ian tut's nicht.