auch wenn die Wajrscheinlichkeit gering ist, daß das hier jemanden großartig interessiert: ich hatte am Sonntag eines der besten Konzerterlebnisse meines Lebens!
Prince ist derzeit auf Tournee, diese heißt "21 Nights in London" und -richtig- er spielt einfach 21 mal in der selben Arena, der O2-Arena in London (ehemals Millenium Dome). Nun gut, kommt der Künstler nicht zu mir, dann muß ich zu ihm - somit Flüge, Hotel und mit viel Zittern (Ticketmaster wird nie mein Freund und die 21x20.000 Tickets gehen echt weg wie warme Semmeln) Tickets gebucht.
Sonntag war es dann soweit. Wir hatten sehr feine Plätze, direkt an der Bühne. Es gab kein Vorprogramm und der Kleine begann sein Set wie den Superbowl (We Will Rock You-Intro, Let's Go Crazy, All Along The Watchtower, Best Of You). Es folgten 1,5 Stunden Spielfreude und Party mit einer schlicht sensationellen Band und einem "Superstar", der den Status tatsächlich verdient. Hits wechselten sich mit Covers und neuen Stücken (schlappe 4 Alben in den letzten 4 Jahren) ab. Einzig mit dem Sound direkt vor der Bühne ("in the round") war ich nicht ganz zufrieden -das ist wohl der Nachteil, wenn Du direkt am Geschehen bist- und der Gig hätte auch noch was länger sein können. Aber: ich hatte die Hoffnung, daß das erst der Anfang einer funky Nacht sein sollte - und so kam es auch.
Es ist quasi Tradition, daß Prince dann und wann -wenn er denn Bock drauf hat- noch nächtliche Aftershow-Konzerte spielt. Ich hab das 1998 in Köln in der Live-Music-Hall erlebt, wo er nachts von 2-4 Uhr ein berauschendes Set gespielt hat. Üblicherweise sind diese Gigs geheim und man muß a) rausfinden, wo sie stattfinden und b) Glück haben, noch rein zu kommen. In London hat man ganz einfach im "Indigo2", einem kleinen Club im selben Komplex, offizielle Aftershow-Parties anberaumt. Dafür hatten wir auch Tickets. Es heißt dann "alles kann, nichts muß", d.h. schlimmstenfalls steht da ein DJ, bestenfalls spielt Prince doppelt so lang wie auf dem Hauptkonzert, ansonsten seine Band ein paar Nummern. Wir fanden uns also mit 1500 Menschen im Indigo2, einem wirklich wunderschönen Club, ein. Vor einem schwarzen Vorhang checkte des Prinzens Techniker seine Telecaster, das sah also schon mal gut aus. Nach gefühlter unendlicher Wartezeit (es waren ca 1,5 Stunden) begann die Band hinter dem Vorhang eine Jazznummer zu improvisieren. Prince stand in diesem Moment 3m hinter mir am Mischpult und hörte sich das an - was ich wie der Großteil des Publikums allerdings nicht bemerkte, sondern gestern nachlesen mußte
cheers,
Lau'wear something purple'fi