"Oldies" SWR heute
Verfasst: Do Mai 03, 2012 11:42 am
The Jethro Tull discussion forum
http://www.laufi.de/board/
oh je, oh je, war es wirklich so schrecklich?King Heath hat geschrieben:Und Gerald Bostock gibt es tatsächlich und ist heute Banker "und kassiert fette Boni".
Ich hab' diese Sendung nicht gesehen und sie interessiert mich auch nicht wirklich. Aber diese letzt Beehauptung basiert offensichtlich auf einer Aussage von Ian selbst. Es war zwar nicht so, dass er den Beruf des Vaters angeblich nicht kannte, sondern das es ihm in der Grundschule zu kompliziert war, es den Lehrern und Mitschülern zu erklären (vllt. wollte Papa das auch nicht, denn bei so wohlhabenden Kindern ist ja schnell mal ein Kinderfänger zur Hand...Unisono hat geschrieben: Wie Schneidewind darauf kommt, dass James Duncan als Kind nicht gewusst habe, welchen Beruf sein Vater hat, möchte ich gerne mal rausfinden! Vielleicht hat IA selbst ihm da einen seiner Bären aufgebunden. (Herr Schneidewind hat außerdem nicht mitbekommen, dass auch der Knabe James längst erwachsen ist.)
das hatte ich so auch vermutet. Wobei ich davon ausgehe, dass IA beim Erzählen von Anekdoten mehr Wert auf deren Effekt als auf deren Wahrheitsgehalt legt. Eben Bühnenmensch durch und durch - was, nebenbei bemerkt, viele nicht verstehen, die dann die falschen (moralischen oder moralisierenden) Kriterien bei der Ananlyse seiner Aussagen zum Geldverdienen oder zur Politik oder eben zu Gott und der Welt anlegen ...Whistling Catfish hat geschrieben:ob's stimmt weiss ich natürlich auch nicht, aber erzählt hat Ian das mal irgendwann....
King Heath hat geschrieben:Thick As A Brick = Dick, wie eine Brücke!
Yeah!
Und Ian Anderson hat schon Mal bei Herrn Schneidewind angerufen und ich Duz mich ja jetzt mit dem Postminister.
Und Gerald Bostock gibt es tatsächlich und ist heute Banker "und kassiert fette Boni". Außerdem war er schon 10 Jahre alt und wurde disqualifiziert, weil er nicht mehr 8 war.
Hochinteressant ist auch die Tatsache, das IA ein Computerprogramm hat, mit dem die Songs aller Konzerte festgehalten werden. So war er in der Lage, nie in einer Stadt Lieder zweimal zu spielen - außer natürlich Locomotive Bräss und Äqualang.
Ich bin froh und glücklich zu wissen, dass ich meine Rundfunkgebühren nicht umsonst bezahle.
KH
Ich bekam eine Antwort des SWR, daß man meine Nachricht an die Redaktion weitergeleitet hätte und gestern tatsächlich eine Antwort von Herrn Schneidewind persönlich. Er klingt nicht so ganz entspannt und unser kleines Forum kommt auch irgendwie nicht so gut weg:Laufi schrieb an den SWR hat geschrieben:Liebe Kaffe oder Tee Redaktion:
ich wollte zum Ian Anderson Beitrag vom 3.5.2012 kurz meinen Dank aussprechen - dafür, daß überhaupt über Ian Anderson/Jethro Tull berichtet wird.
Ich muß allerdings -nichts gegen Herrn Schneidewind und Ihre Moderatorin- konstatieren, daß dies mit Abstand der am schlechtesten recherchierteste Beitrag ist, den ich vermutlich -zumindest über JT/IA- jemals gesehen habe!
Die eklatanten falschen Fakten (Computerprogramm, damit keine Lieder doppelt gespielt werden, Gerald Bostock gibt es wirklich und ist jetzt Banker, Sohn wüßte in der Schulzteit den richtigen Beruf seines Vaters nicht, etc.) sprechen jedenfalls eigentlich nicht für ein öffentlich-rechtliches Programm.
Im deutschen Jethro Tull Forum finden Sie darüber ein paar Anmerkungen:
http://www.laufi.de/board/viewtopic.php?f=6&t=6771
Viele Grüße,
Marco Laufenberg
Das kann ich natürlich nicht so einfach im Sinne unseres geliebten Forums stehen lassen, deswegen habe ich nochmal eine Antwort verfasst:Günter Schneidewind hat geschrieben:Lieber Marco Laufenberg,
vielen Dank für Ihre Mail und Ihr Interesse am Thema.
Sie werden verstehen, dass ich in einer live-Situation meine Kollegin nicht
vorführe und Sie direkt korrigiere "dick wie ein Ziegelstein" ist natürlich
nicht korrekt, und der aufmerksame Zuhörer wird bemerkt haben, dass ich
zwei Sätze später die korrekte Übersetzung gebracht habe. Darüber schweigt
sich die sonst so geschwätzige Internet-Gemeinde natürlich aus.
Auch kann ich nichts dafür, dass Anderson tatsächlich zunächst eine
Diskette, später zeitgemäßere Speichermedien benutzte, um seine Playlists
festzuhalten um Wiederholungen in den diversen Spielorten zu vermeiden. Mir
hat er das erzählt, und ich habe keinen Grund daran zu zweifeln. Die
Kritiker dieser Aussage sind den Gegenbeweis schuldig geblieben. Oder
verfügen sie über Quellen, die nicht mal Ian Anderson kennt?
So könnte ich das fortsetzen...
Meine Infos speisen sich aus Gesprächen aus erster Hand, während im
Internetforum nicht wenige zugeben, die Sendung "Kaffee oder Tee" gar nicht
gesehen zu haben, sich aber trotzdem über angeblich falsche Fakten
aufregen. Anderswo aufgeschnappte Infos halten sie offenbar für
glaubwürdiger. Das ist ihr gutes Recht, dient aber nicht wirklich der
Wahrheitsfindung.
"Den Jungen auf dem Bild gab es wirklich", Gerald Bostock indessen ist eine
Erfindung. So wurde es auch gesagt. Auch dass diese fiktive Figur heute
Banker ist, wie man auf TAAB2 nachlesen und -hören kann. Sehr zu empfehlen
auch die Internetseite http://www.StCleve.com, die diese meine Ausführungen
bestätigt.
Ja, die Kinder wusste Ian Anderson von seinen Konzerten fernzuhalten und
sie verbreiteten in der Schule, dass ihr Vater Truckdriver sei.
Warum ist diese Info falsch? Er hat es so erzählt. Vielleicht hat er
gesponnen, vielleicht aber auch nicht. Reichen diese Zweifel aber aus, mir
solche Vorwürfe zu machen?
Beurteilen Sie das selbst...
Und nun muss dies zu meiner Rechtfertigung genügen, denn ich habe bemerkt,
dass die meisten Beiträge zum Thema im sogenannten Forum der Sachlichkeit
entbehren.
Wenn gar nichts mehr hilft schimpft man auf das Öffentlich-Rechtliche und
hat den Boden der eingeforderten Sachlichkeit selbst längst hinter sich
gelassen.
Mit freundlichen Grüßen
Günter Schneidewind
So, liebe geschwätzige Forumsgemeinde, was haltet ihr davon?Laufi an Herrn Schneidewind hat geschrieben:Lieber Herr Schneidewind:
vielen Dank für Ihre Antwort, das finde ich schonmal groß!
Leider antworten Sie alles andere als sachlich und -bitte verzeihen Sie mir- in meinen Augen gar ein wenig arrogant. Das finde ich eher schade.
Ich versuche dennoch, Ihnen sachlich zu antworten:
Natürlich habe ich bemerkt, daß Sie die Moderatorin korrigiert haben und die Art und Weise fand ich auch äußerst fair und freundlich. Eine Moderatorin sollte nicht "vorgeführt" werden. Dennoch erwarte ich für diesen (meinen) kleinen Seitenhieb insofern Verständnis, als daß man von der Moderation einer solch alteingesessenen Sendung (entgegen Ihrer Vermutung ist zumindest mir die Sendung als in RLP aufgewachsener sogar bekannt) _ein wenig_ Vorbereitung erwarten kann. Egal, ob die nun vom Redakteur oder Praktikanten kommt, wer "Brick" mit "Brücke" übersetzt, der muß mit ein wenig Spott leben![]()
Zur "geschwätzigen Internetgemeinde", die Sie bemerkt haben wollen, möchte ich anführen, daß im deutschen Jethro Tull Forum genügend Menschen unterwegs sind, die nicht nur angelesenes Möchtegern-Fachwisssen besitzen oder Vermutungen von sich geben, sondern die Band jahrzehntelang begleitet, sie fotografiert, an Recherche für Bücher und Filme mitgewirkt, gar oft genug in Form von Presse- und Promoarbeit für sie gearbeitet haben und mit vielen der aktuellen und ehemaligen Jethro Tull Musiker befreundet sind und das teilweise eng. Von "anderswo aufgeschnappt" kann man da nicht reden und Sie sollten nicht meinen, nur weil hier keine Profi-Journalisten am Werk sind, wären die Informationen nicht aus "erster Hand" und da also nicht abfällig drüber urteilen - im Gegenteil, Sie sind gerne eingeladen, mit uns zu diskutieren und sich in der Zukunft auch unseres Fachwissens zu bedienen. Sie wären nicht der erste Profi-Journalist, der das getan hätte.
Gerne nenne ich Ihnen Quellen, die übrigens sogar Ian Anderson kennt, die belegen, daß Sie entweder etwas falsch verstanden haben oder jemand Ihnen einen Bären aufgebunden hat:
Auch hier spielt das geschwätzige Internet eine Rolle: unter http://www.ministry-of-information.co.uk hat Neil R. Thomason -genauso ein Fan wie ich und andere- schon vor über einer Dekade angefangen, unter Mithilfe der Jethro Tull Fan-Gemeinde sowie den Musikern der Band die Setlists und Tourdaten der Jethro Tull Konzerte akribisch zu notieren. Ian Anderson hat diese von der Internet-Gemeinde gesammelten Informationen übrigens schon mehrfach dankbar verwendet, zuletzt im Booklet der (hervorragenden!) Neuauflage des "Aqualung" Albums. Stöbern Sie gerne einmal in dieser "Tull Tour History" und Sie werden sehr bald festellen, daß die Behauptung, daß "keine Lieder doppelt" gespielt werden, nicht haltbar ist. Im Gegenteil. Es gibt nicht gerade wenig JT-Fans, die aus dem Grunde der seit 15 Jahren fast immergleichen Setlisten kaum noch Konzerte besuchen, in diesem Sinne hätte *ich* pesönlich dieses Datenbanksystem tatsächlich gut gefunden
Daß dieses Datenbanksystem existiert, ist also genauso abwegig, wie die Behauptung, daß es Konzerte gegeben haben soll, bei denen außer Locomotive Breath und Aqualung im Vergleich zur vorherigen Tour "nix zweimal" gespielt worden wäre.
Wenn Ian Anderson Ihnen also das mit der "Diskette" erzählt hat, dann haben Sie entweder etwas falsch verstanden oder seinen Humor nicht empfangen. Das passiert. Ich habe ihn schon interviewt und diverse andere Forumsmitglieder auch. Da muß man manchmal zwischen den Zeilen denken und sich fragen "wie hat er das jetzt gemeint". Der britische Humor ist nicht der einfachste.
IA zeichnet seit einiger Zeit jedes Konzert "auf Minidisc" auf (mittlerweile sicherlich auf einem anderen Datenträger), hauptsächlich, um die Performance und den Mix zu kontrollieren. So hat er das in Interviews mehrmals erläutert und ein paar dieser Aufnahmen liegen mir auch vor. Vielleicht liegt da der Übertragungsfehler, von "Minidisc" zu "Disc" ist es ja nicht weit ...
Was Sie mit "diesen Jungen gibt es wirklich" meinen, ist mir nicht ganz verständlich. Es gibt tatsächlich einen Jungen, der auf dem Foto des TAAB-Covers zu sehen ist, der für selbiges den -komplett fiktiven- Charakter posiert, mehr nicht. Nicht nur die Geschichte ist erfunden, der Junge als Charakter an sich auch! Und in dieser Geschichte wurde er auch nicht disqualifiziert, weil seine "Eltern ihn älter gemacht haben" (auch wenn sie das haben), denn der Wettbewerb richtete sich tatsächlich an 7-16jährige. Das können Sie relativ einfach nachvollziehen, es steht im Hauptartikel auf dem Plattencover warum er disqualifiziert wurde und das ist Ihnen vermutlich verfügbar, stand ja im Studio in der Deko.
Weil die Trainspotterei gerade so einen Spaß macht: es gibt noch eine 2. Ausgabe das Palmyra Buches von Karl Schramm, da sind die Songtexte sogar bis Mitte der 90er Jahre drin. Aber ich gebe Ihnen recht, danach kam wirklich nicht mehr "so viel Bewegendes".
Was TAAB2 angeht: der -fiktive- Charakter Gerald Bostock ist mitnichten "Banker geworden". Dies ist *eine* Option mit der IA auf der Platte spielt. Es geht um die "what-ifs, maybes and might-have-beens", darum, die möglichen verschiedenen Wege des Charakters 40 Jahre später zu erzählen und in diesen verschiedenen Erzählsträngen, ist *eine* Option, was wäre, wenn er Banker geworden wäre. Soldat, Priester, etc. sind die anderen Möglichkeiten. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, muß man kein Duzfreund Ian Andersons sein - das steht im CD-Booklet auf Seite 3.
Vielen Dank für Ihren Hinweis auf http://www.stcleve.com. Ich dachte, daß diese Website, ebenso wie die Covers und Booklets von TAAB und TAAB2 für Experten als Satire zu erkennen sind?! Dort steht übrigens z.B. auch, daß James Duncan Anderson, der Sohn Ian Andersons, Sänger in einer Queen Tribute Band ist. Das finde ich doch eine interessante Information, die man durchaus hätte einarbeiten können!
Sie werden es vermutlich kaum vermuten: auf http://www.stcleve.com finden sich sogar Beiträge über und von Fans und der "geschwätzigen Internetgemeinde"!
Ich sehe einen deutlichen Unterschied zwischen Kindern, die "nicht wissen durften" was der Vater beruflich macht (wie Sie es ausdrückten) und Kindern die einfach nicht erzählten, was der Vater beruflich macht, bzw. einen anderen, profaneren Beruf nannten. Ersteres klingt natürlich spektakulärer, während letzteres vermutlich einfach praktische Hintergründe hat.
Ich hoffe, Ihnen mit meinen Zeilen aufgezeigt zu haben, daß man im Jethro Tull Forum selbstverständlich großen Wert auf den "Boden der Sachlichkeit" legt und das sogar mit fundiertem Wissen, oft genug tatsächlich aus erster Hand. Und "Schimpfen auf's öffentlich-rechtliche" wenn "nichts mehr hilft" ist auch nicht richtig. Wer sich öffentlich als "Experte" ausgibt, sollte mit Kritik leben können, wenn sie denn gerechtfertigt ist. Daß die Meßlatte bei den ÖR ein bisschen höher angelegt wird, als bei anderen Medien ist meiner Meinung nach verständlich und auch richtig.
In diesem Sinne: fühlen Sie sich nicht so angegriffen, denn es sollte nicht unter den Tisch fallen, was ich ursprünglich als Einleitung schrieb: vielen Dank dafür, daß sie das Thema IA/JT überhaupt angepackt und ins TV gebracht haben. Das passiert (leider) viel zu selten.
Viele Grüße auf den Fremersberg,
Marco Laufenberg
Großartig!Laufi hat geschrieben:So, liebe geschwätzige Forumsgemeinde, was haltet ihr davon?
Ja!!Unisono hat geschrieben:Großartig!Laufi hat geschrieben:So, liebe geschwätzige Forumsgemeinde, was haltet ihr davon?