mal was ganz anderes:
Ich bin normalerweise kein großer Liebhaber von Fantasieliteratur. Gut, ich hab' natürlich DEN Klassiker des Genres "Der Herr der Ringe" in meiner Teenagerzeit - und lange vor der kongenialen Verfilmung gelesen, aber ansonsten hatte ich immer so meine Probleme mit Fantasy! Aber ich habe immer gerne Horrorstories (Stephen King etc.) gelesen. In den letzten Jahren allerdings, habe ich zum Abschalten eher Alltags(comedy)literatur wie von Sven Regener oder Tommy Jaud bedient. Doch neulich hat mir mein Schwiegervater zum Geburtstag ein Fantasy-Horror Werk des russischen Autors Sergej Lukianenko mit dem Titel "Wächter der Nacht" geschenkt. Die Fantasyliebhaber unter Euch (if there are any) werden jetzt wahrscheinlich sagen es ist ein alter Hut, aber für mich war er halt neu! Und - das ist lange nicht mehr vorgekommen - ich hab' den Schinken innerhalb von 2 Tagen (im Airport, im Flieger und im Hotelbett) während eines Trips nach Italien verschlungen!
Die Geschichte ist relativ ungewöhnlich, spielt sie doch im Moskau unserer Zeit! Hatte ich während der ersten Seiten aufgrund meiner o. a. Abneigung gegen fantastische Literatur wirklich gequält, zog mich Lukianenko immer weiter in sein Universum der "Anderen" hinein! Das Geile an Lukianenkos Geschichte ist, daß sie im hier und jetzt, im Moskau des 21. Jahrhunderts spielt. Wenn ich die Story grob umreissen müsste:
Vor tausenden von Jahren haben die Kräfte der Dunkelheit und des Lichtes nach einer verhehrenden Schlacht einen Waffenstillstand geschlossen! Seithin waren beide Seiten bemüht das Gleichgewicht der Kräfte aufrecht zu erhalten!
Das Schöne an dieser Story ist, daß die "Lichten" nicht wirklich die Guten, und die "Dunklen" nicht wirklich die Bösen sind! Vielmehr ist die ganze Geschichte geprägt von den Kompromissen, die beide Seiten zu machen gezwungen sind, um die Welt in den Fugen zu halten! Und - womöglich weil es ein russisches Buch ist - haben sich beide Seiten entsprechende Apparate (im Sinne von Behörden und Organisationen) geschaffen, um eben dieses Gleichgewicht zu halten - was allerdings nun aufgrund des Auftauchens einiger spezieller "Talente" zu kippen droht, und es somit zu fürchten steht, daß die Welt ins Chaos zu stürzt! Der Krieg, den beide Wachen solange zu verhindern wussten scheint wieder wahrscheinlich!
Soweit so abstrus....und so unterhaltsam! Wer also für solch' fantastischen Stoff steht, wird mit Sicherheit auf seine Kosten kommen.
Ich selber habe bisher nur den ersten Teil "Wächter der Nacht" gelesen, konnte es aber kaum abwarten bis Amazon mir die beiden nächsten Bände "Wächter des Tages" und "Wächter des Zwielichts" schickte, was heute passiert ist...
Die Presse schreibt folgendes:
Frankfurter Rundschau hat geschrieben:Düster und kraftvoll - der Russe Sergej Lukianenko ist der neue Star der phantastischen Literatur
Süddeutsche Zeitung hat geschrieben:So subtil und charmant, wie es nicht mehr zu lesen war seit Bram Stoker's Dracula-Roman
Wenn ich diesen (hoffentlich ebenso) unterhaltsamen Schmonses zuende gelesen habe, würde ich mich ggf. auch mal über einen Buchtipp von Euch freuen....
Schließlich müssen wir uns als "Community" nicht immer nur über unsere Lieblingsband zoffen, oder?
Viele Grüße,
J.